Baggerseefund - Was könnte das sein?

Hallo zusammen! Ich habe dieses Objekt, das ihr auf den Fotos bewundern dürft, an einem Baggersee ca. 20 m vom Wasser entfernt gefunden. Es war nicht vergraben, sondern lag ganz offen an der Oberfläche. Es ist mir leider in drei Teile zerfallen, als ich es hochhob. Die Teile sind insgesamt 13-15 cm lang, zur Oberseite leicht schräg zulaufend, weshalb sie nicht alle gleichlang sind. Die Unterseite (Bilder 006 & 007) ist relativ glatt, fast wie geschliffen. Das Merkwürdige daran ist, dass das Material extrem brüchig ist. Es bricht in Lagen, die größten sind 5 mm dick. Es ist entweder extrem stark verwittert oder aber wirklich ein leicht brechendes Material, evtl. ein Sediment. Die Form ist absolut symmetrisch. Da ich es bei einem Geologie-Praktikum gefunden habe, konnten mir die anwesenden Experten gleich sagen, dass das mit aller höchster Wahrscheinlichkeit nichts natürliches ist. Leider konnte mir ein Archäologieprofessor auch nicht weiter helfen, denn er hat auch keine Ahnung, was dieses Objekt darstellen soll. Die zentrale Frage dabei ist natürlich, ob es nur eine Art weggeworfenes Werkstück ist, was man nicht gebrauchen konnte oder ob etwas anderes dahinter steckt. Und warum sollte jemand überhaupt etwas aus solch einem empfindlichen Material herstellen? Ich studiere zwar selber Archäologie, habe aber etwas in der Art noch nie gesehen. Vielleicht hat ja jemand von euch wenigstens eine Idee? :slight_smile: Oder euch ist sogar etwas Vergleichbares irgendwo begegnet? Ich bitte um Hilfe! :wink:

Mein Großvater hat immer vom Belgischen Brocken erzählt um das Rasiermesser zu schärfen (http://de.wikipedia.org/wiki/Belgischer_Brocken). Vielleicht also ein Wetzstein der sich im Wasser dann erodiert weil er aus einem nicht besonders haltbaren Material ist? Da könnte m.E. auch die Form darauf hinweisen. Aber vielleicht liege ich auch völlig daneben. – hns

…Hallo, das Teil ist ja sehr verwittert und hat sicher einige Jährchen im Wasser gelegen,ursprünglich war es sicher härter.Zum Schlagen wird es sicher kein Gerät gewesen sein,aber zum Schleifen würde es sich eignen.Da die Form mich an einen Spatel erinnert,könnte damit Pulver o.ä. vermischt worden sein. Fett aus einem Gefäß nehmen oder ähnliche Dinge. Gab es keine weiteren Funde am See? HG MB

Hallo, ja, inzwischen denke ich auch, dass es einmal ein Schleifstein gewesen ist. Eventuell sogar ein “Taschenschleifstein”? :wink: Wer weiß. Natürlich kann es auch andere Zwecke gehabt haben. Allerdings glaube ich, dass für Pulver vermischen und Fett entnehmen etc. in allen Zeiten eher Utensilien aus Holz gedient haben. Daher bleibt meine favorisierte Annahme erst einmal der Schleifstein. Ich habe damals nichts weiter gefunden. Außer einer Menge schöner Kiesel. :smiley: Allerdings habe ich schon darüber nachgedacht, wieder dorthin zu fahren und einfach mal etwas Prospektion zu betreiben. Vielleicht findet sich ja noch was. Sollte das der Fall sein und es ist wieder solch ein schwieriger Fall, wird es bestimmt hier landen. Viele Grüße, escapist

Natürlich kann man alles irgendwie verwenden aber um ehrlich zu sein. Für mich ist das ein ganz normaler,duch den Transport im ehemaligen Fluss abgerollter,zerbrochener Stein. Wohl eine Art von Glimmerschiefer. Bei dem hohen Glimmeranteil dürfte er auch nicht sonderlich als Schleifstein brauchbar gewesen sein.

Das mit dem Glimmerschiefer kann ich nur bestätigen. Der Glimmeranteil ist nicht nur hoch, sondern enorm! Die Ironie bei der Sache ist: ein Kommilitone in fortgeschrittenem Semester hat mir gesagt, es wäre Glimmerschiefer aus den Alpen UND das Objekt wäre ein Schleifstein. Also irgendwie scheinen sich dieses Material und eine Schleiffunktion doch nicht ganz auszuschließen. Er kennt sich gut mit diesem Material (alles aus den Alpen) aus und ist Archäologiestudent. Ich denke nicht, dass er mir irgendwelchen Käse erzählt hat. Und auf natürliche Weise entstanden ist diese Form definitiv nicht. Wenn einem die Geologen das bestätigen, wird man’s glauben dürfen. Meine Theorie wäre, dass eventuell jemand versucht hat, diesen Glimmerschiefer als Schleifstein zu nutzen, was vielleicht irgendwann einfach nicht mehr ging, weil das Material zu brüchig wurde und dann wurde er eben fortgeworfen.