Beifunde der letzten 30 Jahre

Hallo liebe Archäologen. Mein Vater hat seit 30 Jahren eine Vielzahl von Fossilien aus dem Mittelfranken (Jura) zusammengetragen und in einem privaten Museum ausgestellt und dabei auch die auf dem Bild abgebildeten Beifunde etwa bei Erdaushüben oder auf Äckern gemacht. Das Bronzefragment unten rechts hab ich im Kindesalter westlich des damals noch im Bau befindlichen Rhein-Main-Donaukanals, vermutlich zwischen Bamberg und Forchheim gefunden. Die restlichen Funde sollten vor allem vom Bereich der Weissenburger Alb sein. Vermutlich sind alle Funde aus Bronze, das mit Ornamenten verzierte helle Fundstück dürfte aus Elfenbein/Knochen sein? Es ist längs durchbohrt so dass man es z.B. auf einer Kette/Band tragen könnte. Einige Buchstaben sind darauf ebenfalls zu erkennen. Gibt es genauere Hinweise und Ideen worum es sich dabei jeweils handelt? Die Neugierde treibt mich schon seit langem um.
 

 

Hallo, bei dem vermeintl. Stück aus Bein handelt es sich um das Mund- oder Griffstück einer Tonpfeife aus dem 19.Jahrhundert. Bei dem Bronzebruchstück rechts oben handelt es sich um eine Schuh oder Gürtelschnalle 17. bis 18. Jahrhundert. Rechts unten Fragmetn einer Schlitzrose, 19.- bis 20-Jahrhundert. Links aussen Fragment eines Messingrings, meist vom Pferdegeschirr.

LG Bucentaur

 

Rechts oben ein Centstück… a.q. 1999 :innocent:

@Bucentaur

Vielen Dank für die sehr detaillierten Hinweise, gerade bei der Schlitzrose hatte ich nie eine Idee, aber dank des Wortes lassen sich in der Tat nun sher einfach Bilder von ganzen Exemplaren finden die sehr gut zu dem Fragment passen :slight_smile: Auf Grund der wellenartigen Verzierung hätte es auch zu einem Schildbuckel oder anderem passen können, aber ich hätte da mehr Verzierung erwartet, für einen funktionalen Alltagsgegenstand ist das nun umso klarer. Auch das mit der Tonpfeife ist interessant, wäre ich niemals drauf gekommen. Was mag es mit der Ding auf sich haben das wie eine Spielfigur aussieht? Wie lange gibt es schon Mensch ärgere dich nicht? :slight_smile:

Und ja, das Centstück ist ein Fund aus meiner Geldbörse, als Größenvergleich, hatte grad nichts Besseres zur Hand :wink:

Könnte das Ding, das aussieht wie eine Mensch ärgere Dich Figur nicht aus Blei sein (Gewicht?)? Habe schon verformte Bleiprojektile gesehen, die so ähnlich ausgeschaut haben.

 Moin,

hätte das Ding, das aussieht wie eine Mensch ärgere Dich Figur, ein Loch längs durch , wie das andere längere Teil, könnte es so sein, dass Bucentaur das bereits erkannt hatte,

…handelt es sich um das Mund- oder Griffstück einer Tonpfeife aus dem 19.Jahrhundert.

und er wollte ggf. schreiben, "…handelt es sich um das Mund- “und” Griffstück einer Tonpfeife…

Denn in der Vergrößerung und Bildverbesserung, sieht die Oberfläche genau wie das Stielfragment der Tonpfeife aus.

Gruß

Jürgen

Ich hab mir heute nochmal die “Spielfigur” angesehen und sie ist schon verdammt schwer für seine Größe, es könnte sich also tatsächlich um eine Kugel aus Blei mit Kupferummantelung handeln, mit entsprechend verformter Spitze. Wenn ich das recht sehe gibt es auch Kugeln die an der Spitze aus reinem Blei bestehen.

Bei der Gelegenheit hab ich auch noch einige Fotos von Scherben und Keramik gemacht die gefunden wurden, die Scherben wurden fast allesamt in einem Aushub auf einer Deponie gefunden, zusammen mit Kohleresten und glasiger Schlacke.

Moinsens, die Keramik sieht m.E. recht einheitlich nach dem 14.- Mitte 15. Jhdt. aus…

Die zwei Objekte des letzten Bildes sind jünger, die Scherbe eher 16., die Figur vielleicht 18. Jhdt.

Könntest Du bitte von der Figur etwas bessere Einzelbilder schießen?

Zum Tonpfeifenfragment nur ganz kurz. Das Dingens paßt auch ganz gut ins mittlere 18.Jhdt.

Die obere und untere Leist weisen in der Beschriftung meist den Herstellungsort aus.

Das Gros dieser hier gefundenen Hälse kommt aus dem niederländischen Raum… könnte sein, daß Du in der oberen Zeile Gouda lesen kannst…

 

Gruß

Irminfried