tonbrennen in der steinzeit

hallo zusammen mein name ist josef und ich bin neu hier und hoffe dass meine frage hier nicht falsch ist. ich habe vor einiger zeit einmal reine lehm bekommen. diesen hab ich nun zu einer schale geformt, die ich auch gerne SELBST brennen würde. nun stellt sich die frage, wie ich mit einem “normalen” lagerfeuer solch eine hohe temperatur hinkriege, dass der lehm gebrannt wird. wie haben das denn unsere vorfahren anno dazumal gemacht?? ich freu mich schon auf eure antworten gruß josef

guten tag Josef, lehmfigürchen sind ja inzwischen schon um die 30.000 jahre alt. spätestens vor ca 8.000 jahren stellte der mensch fest, daß sich ein spezielles gemisch von lehm und ton, oder auch nur noch etwas angemagerter ton deutlich besser verarbeiten ließ als ein produkt aus reinem lehm. die in früher zeit entwickelten brennöfen sind sicherlich für einen test zu aufwendig herzustellen. so ist zuerst wohl auch ein verfahren praktiziert worden welches wir heute als “feldbrand” bezeichnen. grabe dir im garten eine grube von etwa 1 meter durchmesser und 1 meter tiefe. den grund der trockenen grube legst du dann mit holzkohle aus. über die holzkohle kommt ein gitterrost aus metall ( ausgedienter fußabtreter?) auf diesen gitterrost stellt du dann das zu brennende material. es erscheint sinnvoll, die schalen usw. eventuell mit einem drahtkorb zu schützen. mit etwas erfahrung kann man aber dann auch das brennmaterial aus holz, holzscheite gemischt mit stroh um die töpferware herumschichten. dabei ist darauf zu achten, daß keine schweren holzteile auf die keramik fallen können. die grube füllt man dann mit dem brennmaterial vollständig aus. getrocknete kuhfladen (soweit verfügbar) stellen übrigens eine ideale und sinnvolle ergänzung des brennprozesses dar. der brand kann durchaus eine teperatur von 800 bis 900 Grad erreichen und brennt bestimmt 2 bis 3 stunden lang reste des abbrandes sind vorsichtig zu entfernen. die nun freigelegte gebrannte töpferware ist immer noch lange heiß, kann aber vorsichtig mit einer greifzange zum abkühlen entnommen werden. langsam abkühlen lassen. man kann aber auch die noch heißen objekte (mit Zange) in einem eimer mit sägespäne zum ablöschen geben. dabei können sehr schöne und interessante muster entstehen. etwa 70 bis 80 % der gebrannten objekte überlebt diesen brandprozess so entstandene schalen, töpfe und krüge entsprechen dann in der herstellung durchaus dem geschichtlichen vorbild. die behälter sind auf grund der relativ niedrigen temperatur jedoch nicht vollständig wasserdicht. dies waren sie allerdings bei unseren vorvätern auch noch nicht. viel freude wünsche ich dann beim “feldbrand” mit freundlichem gruß max