Ackerscherbe 10: Grauware mit Fingernagelkerbverzierung

Servus zusammen,

hier die versprochene Scherbe vom Acker:


Das Stück ist reduzierend hart gebrannt. Es sind relativ viele Quarzpartikel gemagert, bis zu einer Größe von einem Millimeter. Glimmer ist nur wenig vorhanden.
Auffallend ist die Fingernagelkerbverzierung. Ob das Stück ein Randstück ist oder ein Wulst, lässt sich nicht mehr, wegen des Zustandes, erkennen. Ich würde vermuten ein Wulst auf einem Kugeltopf.
Zeitlich würde ich das Stück ins hohe Mittelalter datieren.

Was meint ihr dazu?

Gruß Shard

Hallo Shard!

Aufgrund der Optik und Brennart würde ich deiner Datierung zustimmen. Die Verzierung bringe ich allerdings eher mit urgeschichtlicher Keramik in Verbindung. Hast du Beispielbilder für DMA Keramik mit Fingertupfenband?

Gruß Luci

Hallo Luci,

viel habe ich dazu nicht gefunden. Ein Beispiel wäre hier:

" Verzierungen

Bei einigen Gefäßen ließ sich ein Rollrädchendekor meist an Hals- oder Schulterpartie feststellen. Auch ein Dekor durch horizontal angebrachte Fingereindrücke ist belegt. Ab ca. 1200 treten auch ein bis zwei horizontale Riefen im Schulterbereich auf"

Aus:

Ich hatte noch etwas anderes gefunden, aber ich hatte mir den Link nicht sofort kopiert und so ist er mir wieder verloren gegangen. Jedenfalls stand da, dass Fingertupfen bis ins hohe Mittelalter genutzt wurden. Erst mit dem aufkommen der schnellen Töpferscheibe wurden die Fingertupfen von Rillen und Wülsten abgelöst.

Später (Neuzeit) wurden dann auch wieder Fingertupfen genutzt. Dafür habe ich jede Menge Belege.

Gruß Shard