ich war gestern bei Bekannten, die gerade den Haushalt des Vaters auflösen. Dieser hat zu Lebzeiten alles Mögliche zusammengetragen. Darunter auch dieser bronzene Beschlag. Darauf zu sehen ist ein Reiter mit Lanze. Die Familie lebte im Rheinland, weshalb das Stück möglicherweise aus der Region kommt. Das ist allerdings eher spekulativ.
Hat jemand eine Idee, was es damit auf sich haben könnte (Alter, Darstellung)?
das ist ein sehr interessanter Fund! Schade, dass die Fundumstände nicht bekannt sind.
Offenbar sehen wir hier einen keltisch-germanischen Reiterkrieger, vermutlich in römischen Diensten. Rheinland passt in dem Fall sehr gut, und weit aus dem Fenster gelegt würde ich 1. bis 2. Jahrhundert vermuten.
Oder ich liege total falsch und es ist merowingisch/karolingisch.
Wie kommst du auf den keltisch germanischen Reiterkrieger? Gibt es irgendwelche Vergleichsstücke? Ich habe noch einen Beschlag aus dem Gokstad Schiff im Netz gefunden, der eine ähnliche Reiterfigur darstellt, aber nicht die Gleiche: Google Image Result
Der Bart, der recht kurze Speer (auch wenn ein Teil wohl abgebrochen ist) — aber wie gesagt würde ich auch einen karolingischen Reiter nicht ausschließen wollen, der sich immer noch in gallo-römischer Tradition befindet.
Aber letztlich müssten das echte Fachleute bestimmen, von denen ich keiner bin.
Danke für die Rückmeldungen. Das wäre natürlich der Kracher! Wirklich schade, dass der Fundzusammenhang nicht überliefert ist. Ich hab mal ein wenig gegoogelt - auch die vermeintliche Kopfbedeckung könnte ein Zopf / Dutt sein, wie man ihn auf Darstellungen von Germanen findet. Oder ein römischer Helm mit angedeuteten Wangenklappen. Leider gibt es wenig zeitgenössische Darstellungen im Netz. Hat jemand eine Idee, an wen oder welche Institution ich mich damit wenden könnte? Mit Museen bin ich so ziemlich durch, da hatte ich in der Vergangenheit fast nie korrekte Bestimmungen erhalten.
Dass die Kopfbedeckung so schlecht zu erkennen ist, macht es wirklich nicht einfacher. Aber zumindest meine ich Wangenklappen zu erkennen, bzw. eine davon.
Die Suche nach Vergleichsstücken erwies sich als schwierig. Ein interessantes Stück (ebenfalls undokumentiert, aus der Sammlung eines Engländers) habe ich dennoch gefunden:
Zwar als Brosche/Spange ausgeführt und stilistisch etwas abweichend, gibt es jedoch eine auffällige Parallele, nämlich die als nahezu kreisrunde Löcher ausgeführten Leerräume unter dem Pferdehals und unter dem Arm des Reiters.
@Tschip , auch wenn Du mit Museen schlechte Erfahrungen gemacht hast, würde ich mich mit dem Stück an das Römisch-Germanische Museum in Köln wenden. Aber vielleicht hat ja jemand noch eine andere Idee.
Solche Funde aus Familiennachlässen finde ich immer spannend, besonders wenn die genaue Herkunft nicht mehr bekannt ist. Ich habe schon Bronzestücke gesehen, die uralt wirkten, aber später als Nachbildungen oder jüngere Stücke erkannt wurden. Die Patina gibt Hinweise, aber gerade die Rückseite, Befestigungsspuren und die Verarbeitung verraten oft noch viel mehr.