Bohrkern und Dechselklinge


Hallo,
so macht das Suchen mal wieder Spaß! Nachdem es doch tatsächlich mal wieder geregnet hat, gibt ein brachliegender Acker in Mitteldeutschland mal wieder Funde frei. Ich habe an der Stelle schon etliche bandkeramische Funde machen können.
Ich nehme euch mal mit.



Keine 50 m entfernt habe ich 2018 einen fast identischen Bohrkern gefunden:
Bohrkern, AHS 600
Und noch einige Jahre vorher an der gleichen Stelle wie jetzt diesen:

Und wieder einige Meter entfernt kam diese Dechselklinge, die wie die Bohrkerne aus Aktinolith-Hornblendeschiefer besteht. Die Schneide ist vollkommen in Ordnung, der Nacken ist etwas beschädigt.



Auch das war nicht die erste an diesem Ort. Oftmals handelt es sich aber nur um Fragmente oder altbeschädigte Stücke. Auch wiederverwendetes und durchlochtes ist dabei, sowie ein Stück mit einer Sägespur.
Die Fundstelle ist dem Landesamt bekannt, ich gebe die Funde auch ab.
Viele Grüße

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Hier noch ergänzende Bilder von der Dechselklinge und dem Bohrkern, auch im Vergleich zu den beiden anderen Stücken.
Der neue Kern ist, wie der vergleichbare, nur leicht konisch. Er verjüngt sich auf seine 2,7 cm von 14,4 mm auf 12,5 mm. Zudem hat er, wenn auch aus dem gleichen Gestein bestehend, magnetische Eigenschaften. Hier klebt ein kleiner starker Magnet an ihm. Dieses Phänomen konnte ich schon öfter feststellen.

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Hallo Sven,

Das nenne ich mal richtig schöne Funde, Ich suche auch schon einige Jahre aber einen Bohrkern habe ich auch noch nicht gefunden. ein Steinbeil/Dechsel aber auch noch nicht :slightly_smiling_face:
Ich bin meistens mit dem Metalldetektor unterwegs und halte auch immer die Augen offen nach Stein Artekakten. Wirklich tolle Stücke.

mfg

Hallo KM87
für solche Funde brauchst du schon eine gute bandkeramische Siedlungsstelle, diese sind oft über Jahrhunderte genutzt worden. Zudem scheinen nicht an allen Siedlungsstellen gleich viele Steine bearbeitet worden. Zudem muss man über Jahre die kurzen Phasen, in denen die Äcker brach liegen und auch noch ordentlich abgeregnet sind, zum systematischen Absuchen nutzen. Dann sind bandkeramische Fundstellen aber mit ihrer Fundfülle oft lohnend. Und den Blick, gerade für den grünlich verwitterten Aktinolith-Hornblendeschiefer muss man erst mal antrainieren. Hat bei mir auf dieser Fläche (meine erste bandkeramische) auch einige Jahre gedauert.
In welcher Gegend suchst du denn, gab es da überhaupt Bandkeramik? Sicherlich gibt es aber regional auch noch andere Kulturen, die solche Artefakte hinterlassen haben.
Viele Grüße

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hallo,

Ich habe eine Stelle auf der ich schon sehr viele Feuersteinabschläge gefunden und eingemessen habe, Ich komme aus dem nördlichsten Sachen Anhalt. Ich denke ich bin lange nicht so Tief im Thema wie Du

mfg.

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