Eine alte Münze?

Hallo zusammen,

Ich habe am Strand in der Lübecker Bucht ein kleines Objekt gefunden, was für den Laien wie eine alte Münze wirkt.

Kann mir jemand hier vielleicht eine Einschätzung geben? Und gibt es ggf. Eine Möglichkeit das Alter grob einzuschätzen?

Vielen Dank im Voraus!

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Hallo yannickHL,

erst einmal herzlich willkommen im Forum! :wave:

Bei deinem Fund könnte es sich tatsächlich um eine antike Münze handeln. Es ist allerdings (ohne Restauration) kaum noch etwas zu erkennen, um mit einiger Sicherheit eine Aussage machen zu können.

Du solltest dich an das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein wenden, denn für solche Funde gilt eine Meldepflicht. Dort wird man dir mit Glück mehr zu deinem Fund sagen können. Bei der Meldung wäre es wohl sinnvoll vorab anzugeben, ob das Stück magnetisch ist oder nicht.

Und – falls ein Metalldetektor am Fund beteiligt war – hoffe ich, dass du eine Genehmigung hast:

Zitat aus der Genehmigung:

  • Es besteht eine gesetzliche Mitteilungs- und Anzeigepflicht für das Entdecken oder Auffinden von Kulturdenkmalen (§ 15 DSchG SH 2015, Funde). Zu den Kulturdenkmalen können neben archäologischen Funden auch solche der neueren Geschichte zählen. Sollten Sie daher während Ihrer Suche entsprechende Funde feststellen, bitte ich um unverzügliche Mitteilung an das Geschäftszimmer des ALSH unter 04621 387-0 bzw. alsh@alsh.landsh.de. Es stehen Ihnen unsere Mitarbeiter gerne mit Rat zur Verfügung. Nach § 15 DSchG SH 2015 kann das Archäologische Landesamt unbeschadet des Eigentumsrechts eine befristete Aushändigung zur wissenschaftlichen Bearbeitung verlangen.“

LG Barbara

P.S.: Halte uns informiert, wenn du Rückmeldung bekommst. Wir sind auch neugierig! :wink:

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Hallo Barbara,

Na dann habe ich ja vielleicht mal was cooles gefunden. :slight_smile:

Vielen Dank für deinen Hinweis, bezüglich der zuständigen Behörden. An diese werde ich mich dann sehr gerne wenden.

Und nein, die „Münze“ hab ich einfach so aufgelesen. Die Notwendigkeit einer Genehmigung für die Suche mit Sonden o.ä. Sind mir zum Glück bekannt, allerdings ohne hin nicht mein Ding.
Eigentlich war ich nur auf der Suche nach Donnerkeilen o.ä. Als ich mit dem Hund unterwegs war. :slight_smile:

Sollte ich neue Infos bekommen teile ich sie euch sehr gerne mit.

Vielen Dank nochmal!

Hallo yannikHL,
schwierig hier was Konkretes zu erkennen. Sollte das Objekt etwas dicker sein, könnte es auch eine ein alte Plombe sein, die zur Versiegelung von Handelswaren eingesetzt wurden.
Weiterhin viel Erfolg bei der Aufklärung!
Schöne Grüße

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Hallo Yannik,

wenn du das Stück behalten darfst, hier ein Beispiel, was man mit einem Skalpell, viel Geduld und Zeit aus unscheinbaren Klumpen rausholen kann (zwei Funde aus England). Für Numismatiker sind die aber nicht interessant. :wink:

@servantes123
Plomben waren aber wohl aus Blei – oder? Die Fotos lassen Blei aber nicht vermuten. Blei bildet eine schmutzig-weiße Patina.

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Hallo ihr beiden,

Eine Blobe wäre vielleicht weniger spannend, allerdings auch denkbar, jedenfalls für mich als absoluten Laien.

Ich habe nun die Mail an die Herrschaften vom Landesamt geschickt.

Hinzufügen kann ich noch dass der Gegenstand wohl nicht magnetisch ist. Jedenfalls reagiert er nicht mit den Magneten vom Kühlschrank (allerdings sind die auch recht schwach).

@RandomHH Die Bilder von der präparierten Münzen sind ja wirklich beeindruckend!

Ich halte euch auf den Laufenden, wie es weitergeht!

Da bin ich gespannt auf die Antwort vom Landesamt!

Übrigens könnte es sich, wenn nicht magnetisch, beim Material auch um Silber handeln:

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Die “Patina” sieht mir eher nach Rost aus. Vielleicht ein alter Schiffsnagel-Kopf der rundgewaschen wurde.

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@Eddi123 ein alter Nagelkopf ist auch ein gute Möglichkeit! Ich kann es jedenfalls mangels Erfahrung nicht weiter bewerten.

Allerdings habe ich mich an die zuständige Stelle in Lübeck gewandt.
Demnach könnte es sich tatsächlich um eine Münze handeln. Ich werde nach Möglichkeit noch diese Woche dort vorstellig werden.

Anbei ein kleiner Auszug aus der Mail.
Vielleicht bin ich dann demnächst schlauer, ich halte euch jedenfalls auf dem laufenden.

Vielen Dank für Eure wirklich guten Ratschläge!

Hallo zusammen,

Ich war gerade bei der Lübecker Denkmalpflege.
Leider konnten man auch dort nicht auf Anhieb erkennen um was es sich bei dem Objekt tatsächlich handelt. Die zuständige Archäologin war jedoch sichtlich daran interessiert genaueres herauszufinden.

Zu den verschiedenen Thesen:

Eine Münze würde sie aufgrund der Unregelmäßigkeit und auch Dicke vorerst eher ausschließen. Münzen dieser Erscheinungsform würde eher zu den Kelten passen, was jedoch nicht zur Fundregion passt. Eine Münze scheidet also leider eher aus.

Ein Schiffsnagelkopf passt für sie vom Gesamterscheinungsbild auch nicht auf Anhieb, wäre jedoch auch nicht völlig ausgeschlossen.

Eine Handelsblombe (Tuchblombe) könnte schon am besten passen. Jedoch fehlen dafür typische Ösen oder andere Befestiungsmöglichkeiten.
Vielleicht sind diese jedoch auch nur nicht mehr erkennbar.

Der Gegenstand wird nun jedenfalls restauriert, mit Glück lässt sich danach etwas konkretes sagen.

Was man jedoch erkennt ist, dass das Stück vermutlich min. einige hundert Jahre alt ist.

Die zuständige Archäologin war sehr nett und hat sich viel Zeit genommen. Am Ende bekam ich sogar noch ein Buch über die Stücke des Lübecker Magazins geschenkt.

Den Fund werde ich wahrscheinlich (solange nichts wirklich außergewöhnliches unter der Kruste liegt) nach der wissenschaftlichen Bearbeitung zurück bekommen.

Ich kann wirklich jedem empfehlen sich mit Funden daher bei den zuständigen Behörden zu melden. Meine Erfahrung war sehr gut!