Moin,
es ist nicht mein erster Fund aus dem Spätpaläolithikum, aber für mich ein besonderer Fund.
2021 war es dann so weit.
Der Acker war anstrengend, jede Menge gehäckseltes Stroh war ausgebracht.
Es war schon Nachmittag, ich war auf dem Rückweg, das Wetter war mies die
Sicht war schlecht, es nieselte.
Fast hätte ich es nicht aufgehoben – es muss eine Eingebung gewesen sein.
Rückenmesserchen / Federmesser 13.000 – 11.000 v. Chr.
Maße / Gewicht: 47,6 x 12,0 x 3,7 bis 5,6 mm / 3,3 g
Fundort: Kreis Ostholstein, Ostseebereich
Objektbeschreibung.
Grundform: Trianguläre Klinge ohne Cortex.
Dorsal.
Der Mittelgrad ist fast vollständig durchgehend.
Das basale Ende (Foto / Zeichnung obenliegend) ist bilateral von ventral nach dorsal modifiziert,
sodass sich eine Spitze bildet.
Diese Retuschen sind wie die übrigen Flächen patiniert.
Ventral.
Bulbus und Schlagflächenrest sind absent.
Die Schlagrichtung geht von der Spitze (basal) Richtung Bruchfläche (terminal). Die
Wallnerlinien sind nur schwach zu erkennen.
Lateralen.
Die Rückenretusche (von ventral nach dorsal) ist über die gesamte Laterale durchgehend,
dadurch ist dieser Schenkel stark reduziert.
Die Retusche des Rückens geht partiell bis zum Mittelgrat.
Die dem Rücken gegenüberliegende Laterale weist partiell Gebrauchsretusche auf.
Flintbeschreibung:
Eine dicke weiße Patina überzieht alle Hauptflächen und Retuschen.
An der Bruchfläche kann man die Dicke der Patina deutlich sehen.
Die Bruchfläche weist lediglich den Beginn einer Patina auf, der dunkle Flint scheint durch.
Baltischer Flint, mittelbraun, karamell, schwach transluzent.
Am terminalen Ende befindet sich ein Bruch.
Bis auf diese kleine Beschädigung ist das Artefakt vollständig.
. . . . . . .
Ein besonderer Fund ist es, da
dieses Federmesser, das einzige gut dokumentierte, für
diesen Fundort ist.
Es gibt zwar Funde von Federmessern im Schloss Gottorf, aber es fehlen entweder der Fundort oder Finder und gar beides.
Gruß
Jürgen







