Funde aus einem Slawenburgwall bei Rostock

Guten Morgen,

ich möchte euch meine Funde zeigen, die ich in dieser Woche auf und am Slawenburgwall “Goderac” in der Rostocker Schweiz gemacht habe. Ein toller Ort in einer schönen Hügellandschaft, den ich erst jetzt entdeckt habe. Die Scherben und Knochen habe ich in einer Ausspülung im Hang entdeckt, ich habe nicht gegraben … 50 Meter entfernt befindet sich ein großer Grabhügel. Bei diesem fand ich den hellen, spitz zulaufenen Stein. Es ist also davon auszugehen, dass der Ort schon viel länger besiedelt war. Mich würden eure Meinungen zu den Funden interessieren. Habt Nachsicht bei den Steinen ;-). Der Stein (Abb. 5-7) hat eine ganz “weiche” Haptik, als ob er viel benutzt wurde, er liegt in der Hand wie angegossen.

Ein schönes Wochenende,

Enzo

Hallo Enzo,

Bodendenkmäler sollten nicht ohne Auftrag oder Genehmigung vom archäologischen Amt durchgeführt werden. Aber du hast ja nur Oberflächenfunde aufgesammelt und eingemessen?

Setze dich doch mal mit dem Amt in Verbindung, man wird dir wohl keine Vorwürfe machen, da du ja offensichtlich Interesse an der Archäologie hast.

Die Scherben sind zumindest teilweise jünger. Eindeutig slawische Keramik kann ich nicht erkennen.

Und bei den Steinen scheint mir leider kein Artefakt dabei zu sein.

Zu den Knochen kann ich nichts sagen.

Viele Grüße

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Die weiche Haptik ist vermutlich vorhanden, weil der Stein in einem Gewässer verrollt ist. Zumindest sieht er so aus, bis auf die Absplitterung.

Gruß Shard

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Hallo Enzo!

Ich probiere es mal der Reihe nach:

Keramik (von links nach rechts): Nr. 1 - ziemlich sicher slawisch, Nr. 3+4 aufgrund des Fundzusammenhanges vermutlich auch slawisch, auf jeden Fall UFG, Nr. 2,5,6 - Neuzeit

Beim Silex ist leider nichts artifizielles dabei. Das große, weiße Stück könnte seine Farbe auch von einem Brand bekommen haben.

Der Knochen sieht für mich nicht verbrannt aus, also eher kein Leichenbrand, sondern vmtl. Nahrungsreste.

Beste Grüße

Luci

Hallo Luci21,

die zwei hätte ich aufgrund der braunen Glasur (ist das braune Glasur?) und dem Erscheinungsbild jünger geschätzt. Aber mir fehlt da etwas die Beschreibung der Keramik. Wie hart ist sie? Wie ist sie gemagert?

Diese gut erhaltenen braunen Glasuren habe ich eher bei der frühen Neuzeit.

Gruß Shard

Hallo Luci und Shard, vielen Dank für eure Rückmeldungen. Nachdem ich mich mit den Funden beim Landesamt für Archäologie gemeldet habe, soll ich demnächst mal mit diesen vorbeikommen. Vielleicht gibt es dann noch eine weitere Eingrenzung. Ich kann auch nochmal seitliche Fotos schicken. Viele Grüße Enzo

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