Kern / Lamellenkern

Moin,

die Fundstelle liegt im Westen der Grafschaft Bentheim im Südwesten von Niedersachsen.

Bei diesem fast schwarzen Gestein (Silex) war das schwierigste die Farbtreue (Foto) zu erhalten.

Es ist nicht schwarz, nicht anthrazit – sepia, kommt am nächsten.

Alle Umgebungsfarben spiegeln sich darin wider.

Mit der Augenlupe kann ich bis 2 mm in den Stein hineinsehen.

Vereinzelte Bryozoa (maritime Moostierchen) und viele milchige “Punkte / Flusen”.

Ventral = Altfläche / Bruch (?), auch diese Oberfläche glänzt wie alle dorsalen Abschlagsbahnen.

Der Kern weist vier eindeutige konkave Abschlagbahnen (Negativ-Spuren) mit Längen
von 17 bis 29 mm und mittleren Breiten von ~ 5,0 mm auf.

Eine intentionelle Bearbeitung ist somit belegt.

In der Nähe gibt es gesicherte (publizierte) Neandertal-Funde, aber das ist eher ein Wunschgedanke von mir.

Wagt jemand eine Einschätzung zum zeitlichen Horizont?

Gruß

Jürgen

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Sowas Schönes, Jürgen (soweit mein qualifizierender Beitrag😉)!

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Ja, toll anzusehen, aber mehr als ansehen und loben kann ich an dieser Stelle auch nicht. :sweat_smile:

Vielen Dank für’s zeigen!

Gruß Shard

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Hallo Jürgen,

sehr schöne Bilder mit klarer Ansprache!

Nun kenne ich mich in deiner Gegend nicht aus, würde aber doch eine mesolithische Zeitstellung annehmen. Sowohl die bipolarität, als auch die Größe sprechen meines Erachtens dafür.

Viele Grüße

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Moin,

und Danke Sven. Du wirst wohl mit mesolithischer Zeitstellung richtig liegen.

Die Nähe der Neandertaler-Funde machen mich natürlich kirre.

Die Fundgegend ist für mich “such technisch” Neuland, auch wenn ich vor Jahrzehnten
schon in der Gegend war.

Was ich selber weiß, passt der Lamellenkern zur systematischen Herstellung schmaler,
klingenartiger Abschläge und Lamellen - also Mikrolithen.

Zusammengetragene Fachberichte weisen bei kleinen Kernen mit konischen Formen auf eine Zeitstellung ins Mesolithikum ca. 9.500 bis 4000 v. Chr. hin.

Gruß

Jürgen