Moin,
dieser Schaber lag auf einem Acker etwa 1,5 km von der Ostsee.
Der Fund wurde dort gemeldet.
Aus der Fundbestimmung des ALSH 2013-03-01.
Zitat (Auszug):
Flintschaber (löffelschaberähnlich) aus Bryozoenflint, dorsal flächig erhaltener kalkiger Kortexrest. Derber Abschlag in direkt-harter Technik … durch umlaufende Steilretuschen in Form gebracht. Das Proximalende ist auf etwa einem Drittel der Gesamtlänge dorsalseitig durch mehrere flächige Generationen von Abschlagnegativen abgestuft.
Spätneolithikum / Bronzezeit.
Maße: 57 x 40 x 10 mm
Ende Zitat (Auszug).
Auf diesem Acker hatte ich bereits einige Schaber gefunden.
Bryozoenflint (Dänisch bryozoflint) ist dank seines charakteristischen Aussehens gut zu bestimmen. Der transluzente Flint weist zahlreiche Einlagerungen fossiler Bryozoen (urzeitlicher Moostierchen) auf.
In Dänemark bei Klintholm – in den ehemaligen Kalkgruben an der Ostküste der Insel Fyn (Fünen) – befindet sich ein wichtiges Primärvorkommen.
Auf den Nahaufnahmen sieht man deutlich die fossilen Moostierchen.
Die markanten Einschlüsse des Bryozoenflint erschweren es, die Retuschen gut darzustellen.
Die Dorsalseite ist noch etwa zur Hälfte mit Cortex bedeckt. Der Schlagflächenrest und Bulbus sind als solche noch zu erkennen.
Die dorsale Stirnretusche weist partiell (mittig der Arbeitskante) eine spitzwinkelige Retusche auf, der Rest, die linke und rechte Rundung der Arbeitskante bis zu den Seitenkanten sind steiler angelegt.
Es ist zu vermuten, dass der Schaber geschäftet war, das schmale Ende ist dorsal für eine Schäftung modifiziert.
Gruß
Jürgen




