Mit Mustatil 3 eine historische Stätte in Satellitenbildern entdecken

Ich möchte ein Beispiel vorstellen, wie die Open-Source-Software Mustatil zur Identifizierung einer bisher nicht dokumentierten archäologischen Stätte in Nordwestarabien eingesetzt wurde.

Arbeitsablauf

Die Fundstelle wurde durch die Kombination von Satellitenbildanalyse, GIS-Auswertung und KI-gestützter Objekterkennung identifiziert.

Mit Mustatil können Anwender:

  • archäologische Strukturen annotieren,

  • eigene YOLO-KI-Modelle trainieren,

  • große Satellitenbilddaten automatisch analysieren,

  • Ergebnisse direkt in GIS-Formate exportieren,

  • komplexe Auswerteprozesse über grafische Pipelines erstellen.

In diesem Fall wurde ein KI-Modell auf charakteristische Strukturen trainiert und anschließend auf großflächige Satellitenbilder angewendet. Die Analyse markierte eine auffällige Struktur, die sich deutlich von natürlichen Landschaftsformen unterschied. Nach visueller Überprüfung und GIS-Analyse stellte sich heraus, dass es sich wahrscheinlich um eine bislang nicht dokumentierte archäologische Fundstelle handelt.

Warum das wichtig ist

Die Wüstengebiete Arabiens umfassen riesige Flächen, die nur schwer vollständig durch Feldbegehungen untersucht werden können. Moderne Satellitenbilder ermöglichen zwar die Erkennung vieler archäologischer Strukturen, die manuelle Auswertung großer Gebiete ist jedoch sehr zeitaufwendig.

KI-gestützte Verfahren können diesen Prozess erheblich beschleunigen. Statt Millionen von Bildausschnitten manuell zu betrachten, kann ein trainiertes Modell potenzielle Zielobjekte automatisch hervorheben und Forschern eine deutlich kleinere Auswahl vielversprechender Bereiche präsentieren.

Die KI ersetzt keine Archäologen

Wichtig ist, dass die KI die Fundstelle nicht eigenständig „entdeckt" hat. Die endgültige Bewertung erfolgte durch menschliche Interpretation.

Für die Identifizierung waren weiterhin notwendig:

  • Fachwissen aus der Archäologie,

  • visuelle Interpretation der Satellitenbilder,

  • GIS-Analyse,

  • Plausibilitätsprüfung der Ergebnisse.

Die KI fungierte als Werkzeug, um interessante Bereiche hervorzuheben und die Suche effizienter zu gestalten.

Fazit

Dieses Beispiel zeigt, wie moderne Computer-Vision-Verfahren die archäologische Prospektion unterstützen können. Durch die Kombination von Satellitenbildern, GIS und KI lassen sich große und abgelegene Regionen deutlich effizienter untersuchen und potenziell bislang unbekannte archäologische Strukturen identifizieren.

Feedback und Diskussionen zu KI-gestützter Archäologie, Fernerkundung und Landschaftsarchäologie sind herzlich willkommen.