Mittelpaläolithikum - Schaber - Bayern

Hallo,

vorweg, meine Lesefunde werden seit Jahren komplett dem BLFD gemeldet!

Gestern fand sich bei einer Feldbegehung dieser mittelpaläolithische Schaber aus dem Jura.
Von der Machart würde ich den Schaber ins La Micoque stellen.
Er wäre dann wohl zwischen 40.000 bis 60.000 Jahre alt.

Was meinen die Fachleute hier?

Bucentaur

Hallo Bucentaur,

ich sehe hier auch einen Schaber. Wobei die geschuppte Retusche nicht wirklich schön ist.
Aber ich bin auf dem Gebiet leider kein Spezialist, hoffe, dass sich doch noch einer meldet!

Viele Grüße
 
P.S.: Schade eigentlich, wenn sich hier, bei einem wirklichen archäologischen Problem keiner weiter äußert.  :/ 

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Guten Abend SvenHorn,

danke Dir für den Beitrag!

Du meinst mit der geschuppten Retusche sicher die Darstellung auf dem letzten Foto?
Falls ja,
denn diese Retusche diente ausschließlich der Stumpfung der rechten Lateralen
um den festen Griff des Schabers verletzungsfrei zu ermöglichen.
Klar, einen Schönheitspreis kann man mit diesem Schaber, der aber von der Machart meines Wissens eben typisch für ein Micoquien wäre nicht gewinnen.
Deutlich filigraner und sauberer gearbeitet wären hingegen die zeitl. in der Nähe angesiedelten meisten Schaber des Mousterien.

auch viele Grüße
Bucentaur 

P.S: zu Deinem P.S.: ja finde auch, vielleicht kann sich aber auch niemand dazu äußern, wir wissen es nicht!?

Hallo,

da ich ebenfalls kein Fachmann für paläolithische Steingeräte bin, kann ich leider nicht wirklich etwas fundiertes dazu beitragen. Könnte tatsächlich ein mittelpaläolithischer Schaber sein, aber das ist lediglich eine Einschätzung “aus dem Bauch heraus” …

Vielleicht findet sich ja noch jemand mit mehr Expertise auf diesem Gebiet.

Hat sich denn schon jemand aus dem BLfD den Fund angeschaut?

Viele Grüße,
Andreas

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Guten Abend Andreas,

bislang hat das Artefakt vom BLFD noch niemand gesehen.
Der Fund stammt  ja vom vergangenen Samstag, ist also praktisch fundfrisch und wird mit der nächsten schriftl. Fundmeldung mitgeteilt
Die Fachleute für das Paläolithikum sind in Bayern mittlerweile dünn gesät, dass war schon einmal anders.

Viele Grüße
Buzcentaur

Moin,

da Du die Fachleute angesprochen hast… :wink:

Als Neolithiker kann auch ich nur staunen und “schöner Fund” sagen.

Deine paläolithischen Funde sind ja auch zudem noch geographisch weit weg von meinem Fundspektrum. Wenn ich Dir aus meiner nordischen Fundgegend so ein Teil zeige, würdest

Du mich mitleidig belächeln.

Servus

Jürgen

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Hallo Jürgen,

ja, logischerweise dachte ich mir das ich in diesem Archäologie Onlineforum auf Fachleute aller Sparten treffen würde.

Keinesfalls würde ich einen vergleichbaren Fund aus dem Norden belächeln.
An erster Stelle steht einmal die objektive Betrachtung des Artefakts und eine etwaige erste Einschätzung.
Dann wird diese Einschätzung durch das einsetzen unterschiedlicher Parameter überprüft.
Danach kann man langsam daran denken eine Ansprache zu tätigen.

Einen schönen Tag wünscht
Bucentaur

@ Bucentaur

Hallo Bucentaur,

ich gehöre bezüglich Steinzeit zu den Azubis im ersten Lehrjahr und sehe noch vor lauter Bäumen keinen Wald. :sunglasses:
Dennoch würde ich das Stück eher als Keilmesser einstufen !?
Ähnliche Stücke habe ich auf dieser Seitegefunden. Wenn ich das richtig sehe ist “_Kelheim” _ja in Deiner Gegend ! Oder ?

Nebenbei bemerkt, die anderen halten sich ja nur mit ihren Kenntnissen zurück, damit keiner merkt, dass ihr Großvater noch Neandertaler war und sie ein solches Erbstück in der Küchenschublade liegen haben ! :grin:

Gruß
Kurti

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Hallo,

ich muss eingestehen, an ein Keilmesser habe ich auch schon gedacht, wegen meiner laienhaften Kenntnisse auf diesem Gebiet aber noch nichts gesagt.
Ich muss eingestehen, dass auch einer meiner Vorfahren wohl mal ein Neandertaler war, leider hat er mir seine Werkzeuge nicht vererbt. :cry:

Viele Grüße

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Hallo ihr Zwei,
da landen wir dann schon bei der Artefaktmorphologie für Keilmesser und die besagt das diese in der Regel bifazial gearbeitete Kerngeräte sind.
Einfach ausgedrückt, ein Faustkeil ist in der Regel ebenfalls bifazial gearbeitet und weist 2 Schneiden auf, ein Keilmesser ist ebenfalls bifazial gearbeitet weist jedoch nur eine Schneide bzw. scharfe Arbeitskante auf, die andere, gegenüberliegende Seite hat einen stumpfen Rücken. Bifazial ist mein Fundstück nun leider nicht also scheidet Keilmesser wohl aus.

Danke trotzdem und Viele Grüße

Bucentaur

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Bucentaur

Hallo Bucentaur,

danke für die Aufklärung. Ich habe auf der verlinkten Seite das obere linke Keilmesser für ein ähnliches Stück wie Deines gehalten.
Ich sehe schon, ich muß noch üben !   :s

Gruß
Kurti

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Hallo Kurti,

das es sich bei dem Artefakt um einen Schaber handelt ist ja zweifelsfrei!
Die Frage ist, in welches Mittelpaläolithikum gehört der Schaber.
Ich dachte da wie schon Eingangs geschrieben an La Micoque, könnte damit aber auch falsch liegen.
Ich weiß, die Frage ist schon sehr speziell,
ist aber letztendlich auch nicht sooo arg wenn ich des Rätsels Lösung hier nicht erfahre, Mittelpaläolithikum ist jedenfalls gesichert.

Beste Grüße
Bucentaur

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