Perle aus Keramik

Servus,

ich habe wieder etwas besonderes in meinem Garten gefunden. Keine Ahnung womit ich es zu tun habe…

Ich dachte zuerst an ein Kunststoffteil, aber die heiße Nadel hat ergeben: kein Kunststoff. Ich vermute Keramik, die allerdings fein gemagert und hart gebrannt wäre.
Das Stück ist unten gebrochen und am Ende der Bohrung ausgebrochen. Innen sieht es hellgrau aus, also wie korrodiertes Blei. Die Ringe sehen wie handgefertigt aus, also unterschiedlich ausgeprägt. Und der gesamte Zylinder ist unrund.

Was meint ihr? Handelt es sich um eine Perle oder doch etwas industriell gefertigtes?

Gruß Shard

Edit: typo

Hier noch ein paar Details:

Fundort: Landkreis Neuburg Schrobenhausen
Gewicht: (mit normaler Küchenwaage nicht erfassbar)
2 Gramm
Durchmesser: 11mm
Innendurchmesser: 3mm

Gruß Shard

Edit: Gewicht angepasst

Moin,

Keramik scheint mir am wahrscheinlichsten.

Kannst Du das Loch in Bezug auf Spinnwirtel vermessen?

Auch die Verzierung lässt auf einen Spinnwirtel schließen.

Interessant!

Gruß

Jürgen

PS

leg mal auf Deine Küchenwaage ein Paket Butter und schau mal, ob das Stück dann einen Ausschlag anzeigt.

Servus Jürgen,

der Lochdurchmesser ist 3mm und nicht konisch. Das finde ich etwas zu klein für einen Spinnwirtel. :person_shrugging:

Gruß Shard

Da magst Du recht haben.

Such mal nach ROLLSIEGEL.

Brainstorming ..^^

Uaaaaahh

Servus,

ich glaube jetzt mal nicht, dass jemand hier im Dorf ein Rollsiegel aus dem Orient mitgebracht hat (auch wenn ich hier schon türkische Lire gefunden habe :sweat_smile:).

Das mit der Butter hat nicht geklappt, die ist auf dem Weg zur Waage weggeschmolzen. Ich habe es dann mit einem Paket Zucker gemacht. Ergebnis 2g

Gruß Shard

Hallo Shard,

ich denke da an technische Keramik. Könnte entweder ein Röhrenwiderstand ohne Wicklung sein: https://ecomsa.com/wp-content/uploads/resistenciatubularSI300_2000W.jpg-300x300.webp

oder ein Keramikröllchen aus dem Webereibedarf:


Grüße, Technicus

Hallo Shard,

Mit geschmolzener Butter wäre das auch gegangen :grinning_face_with_smiling_eyes: .

Ich habe übrigens letztens bei einer Schloss- b.z.w. Burgführung auf der bemerkenswert gut erhaltenen schwäbischen Burg Harburg erfahren, woher der Spruch “Alles in Butter” stammen soll. Die Herrschaften haben wohl bei ihren halbjährlichen Umzügen von der Winterresidenz aufs Schoss und zurück das wertvolle Porzellan in Butterfässern einschmelzen lassen, damit beim Transport nichts passiert.

Bei der lohnenden Schlossführung werden einige alte Redewendungen erklärt, wie auch der Spruch: “Holzauge sei wachsam”. Holzaugen sind spezielle Schießscharten mit beweglichen Holzkugeln, die dort original erhalten sind. Damit konnte man durch die kleine Öffnung recht gefahrlos den Feind ausmachen und beschießen.

Servus,

ja, an technische Keramik dachte ich auch, im Sinne von Isolatoren.
Aber warum dann die Rillen, die zudem ungleichmäßig ausgeführt sind (auf den Bildern erkennbar)?

Andere Punkte die mir auffielen:

  • Innen grau. Also durch korrodiertes Blei zum Beispiel oder doch eine reduzierende Atmosphäre beim Brand?

  • Riefen auf der Stirnseite. Sieht zunächst nach maschineller Fertigung aus (wie sollten die sonst entstehen), könnten aber auch beim Bohrprozess entstanden sein.

  • Bruch um die Bohrung. War da noch etwas anderes, was nicht auf Perle hindeutet, oder ist es nur Abnutzung durch das Band auf das die Perle aufgefädelt war?

Gruß Shard