Seltsamer Stein

Hallo, ich wohne seit Jahren mit Mann und Kind in der Schweiz bin 55 Jahre alt und habe mich hier angemeldet, da ich einen ungewöhnlichen Stein vorstellen wollte. Mein Sohn ( 13) ist ein Mineralienfan und deshalb haftet unser Blick immer am Boden. Bei einem Familienausflug am Burgäschisee( Kanton Bern) bin ich buchstäblich über diesen Stein gestolpert. Was könnte sein und ist es überhaupt von Bedeutung? Diese sehr regelmässige Rinne geht um den gesamten Stein. Danke für alle Antworten.

Moin,

ein (1) Foto ist einfach nur flach für den Betrachter - Du weißt wie der “Körper” aussieht. Machst Du bitte einmal ~ drei weitere Fotos der anderen Seite, sodass man sich ein ~ 3-D Bild machen kann.

Auch das Gewicht kannst bitte ermitteln - Küchenwaage reicht.

Gruß

Jürgen

1 Like

Moin,

danke für die guten zusätzlichen Fotos - leider bringen sie mich in der Bestimmung nicht weiter.

Bleibt noch die Frage nach dem Gewicht und damit verbunden, ob Du sicher bist, dass es sich um “Stein” handelt.

Meine unausgegorenen Ideen behalte ich mal zurück, damit andere unvoreingenommen beurteilen können.

Gruß

Jürgen

1 Like

erst mal Dir vielen Dank für deine Tipps, ich werde morgen ihn mal genau wiegen. Ich schätze ihn grob um die 200g. Aber genaueres dann morgen.

Moinsens Sab (ine?) :wink:

schönen Dank für die Vorstellung und die guten Bilder!

Sieht m.E. (aus der Ferne) wie Sandstein aus…

Die umlaufende Kerbe läßt den Fund wie einen Hammer aussehen, was sich aber bei dem spröden und von Klüften durchzogenenn Material eher ausschließt.

Vorstellbar wäre ein Netzsenker, also ein Gewicht, welches zum Senkrechthalten von Fischnetzen verwendet wurde.

Was mich aber etwas stutzen läßt, ist die "Farbgebung an der umlaufenden Kerbe.

Das Innere scheint nicht patiniert zu sein, wie der Rest des Fundes…

Gruß

Irminfried

1 Like

Solche Steine werden in der Tat vielfach als Keulenköpfe oder Netzsenker eingeordnet. Das ist aber oft sehr fraglich, wenn man sich die Rillen genau anschaut.

Hier mal “echte” Netzsenker, Keulensteine

Das Fundstück von sab464 ist eindeutig oben und unten “kegelförmig” geformt worden. Gegenteilig “konkav” ist ein ähnlicher “Rillenstein” der den Archäologen Rätsel aufgibt.

Rätselhafter Rillenstein

https://blog.amh.de/raetselhaftes-objekt/

Dazu gibt es eine Reihe “großer” Rillensteine, deren Bestimmung ebenfalls unklar ist.

http://tw.strahlen.org/praehistorie/niedersachsen/doehlen.html

Was sagt der Archäologe bei einem solchen Fund ?
Kennst du dich nicht aus, dann mach was kultisches daraus !!! :grin:

Gruß

Kurti

1 Like

Solche „Rillensteine“ gibt es auch in der Schweiz:

Seiten: 103, 108, 115, 129

Seiten: 111, 263

2 Likes

Moin,

kurti schrieb:

Was sagt der Archäologe bei einem solchen Fund ?
Kennst du dich nicht aus, dann mach was kultisches daraus !!!

Architekten… wenn er mal nichts weiß, macht er einem Kreis.

Archäologen… kennt er sich nicht aus, hält er sich heraus.

:wink:

Gruß

Jürgen

2 Likes

@kurti: eine gewollte Abrundung oder andere bewußte Formung an den Ober- und Unterseiten sehe ich nicht an dem Fund…

Die Kluft- Auswitterung muß schon älter sein, als die Rille. Man sieht recht deutlich, daß die oberflächig ausgewitterten Gänge in der Rille noch unverwittert sind. Das wären sie sicher nicht, wenn die Verwitterung zeitgleich auf die Oberfläche und die Rille eingewirkt hätte.

Gruß

Irminfried

1 Like

@ StoneMan

Archäologen… kennt er sich nicht aus, hält er sich heraus.

Gut, dass ich kein Archäologe bin ! :grin:

@ Irminfried

Die Kluft- Auswitterung muß schon älter sein, als die Rille…

…Das wären sie sicher nicht, wenn die Verwitterung zeitgleich auf die Oberfläche und die Rille eingewirkt hätte.

…und was schließen wir jetzt daraus ? Hat Jemand eine Rille in den bereits zerklüfteten Stein geschliffen ? Wohl kaum !? Zumindest nicht für einen Gebrauchszweck des Steines als Werkzeug oder dergleichen ! Also doch ein “kultischer” Rillenstein !?

Oder wurde hier eine dünne Schicht aus anderem Material ausgewittert ?

Isch tu ja nur fragen tun ! :sunglasses:

Gruß

Kurti

Hi Kurti,

ja, das meine ich…

Deswegen möchte ich dies ja als aktiv zu verwendendes Werkzeug oder als Keule ausschließen.

Ich könnte mir aber eine Nutzung als Netzsenker vorstellen.

Und die Kultschiene ist für mich nicht so interessant… :wink:

Jürgen? Was sachst Du?

@Sa@sab464 : Du siehst, wir können uns auch nicht wirklich einigen, gut wäre es, Deinen Fund beim zuständigen Amt vorzustellen und das Ergebnis (sollte eine Ansprache erfolgen) an uns weiterzuleiten.

Gruß

Irminfried

Moin,

weder bin ich Architekt, noch Archäologe.

Für mein Hobby Rennrad (im Winter MT:sunglasses: hatte ich fürs Training der langen Marathon-Strecken (Ü200 km) von den Profis abgeguckt - das ist legitim, zudem lernt am besten von Profis (außer Doping).

Fürs Hobby Archäologie mache ich es ebenso - demgemäß halte ich mich lieber zurück, wenn ich nicht sicher bin.

Ein weiterer Grund, warum ich mich hier oft zurückhalte sind die spärlichen Angaben zu den Funden und die schlechten Bilder. Die Faulheit der Fragenden unterstütze ich nicht mehr in dem ich recherchiere oder mein Archiv durchforste.

Beides trift hier aber eigentlich nicht zu, die Angaben und Bilder sind soweit gut.

Meine Nachfrage, ob es sich wirklich um Stein handelt und wie schwer das Stück ist, ist bisher unbeantwortet geblieben - in der Regel warte ich dann erst einmal auf die ergänzenden Informationen.

Da ich keine annähernd ähnlichen Keulenköpfe kenne, erwähne ich sie erst gar nicht. Erst recht rate ich nicht ob meiner Unkenntnis.

Irminfried schrieb:


Ich könnte mir aber eine Nutzung als Netzsenker vorstellen.

Und die Kultschiene ist für mich nicht so interessant… :wink:

Jürgen? Was sachst Du?..

Ich bin mir absolut unsicher.

Rillensteine sind mir natürlich bekannt aber gehören nicht einmal zu den unausgegorenen Gedanken, die ich oben erwähnte, aber zurückhielt weil das Material mir noch nicht klar ist.

Die Links die gar zu Kanneluren-Steine gehen find ich ziemlich… “kühn”.

Netzsenker wäre eine Option. Allein die Auswahl des Gesteins und die aufwändige Ausführung dieser ~ kantigen Rille wirft bei mir Fragen auf.

Ein unausgegorener Gedanke.

Diese kantige Rille scheint mir nicht optimal für eine Schnur zu sein. Setzt hier einmal eure Gedanken an. Was war in der Rille - eine Schnur, Bast oder ein kantiger Gegenstand? Warum ist die Rille so eben innen? Müsste die nicht Gebrauchspuren aufweisen?

Selbst bei einem Hühnergott aus Flint ist nach längerer Tragezeit an der Kordel oder Lederiemen das Loch innen und an den Rändern poliert.

Als Hobbyist bei einem Einzelfund ohne Befund kultische Aspekte heranzuziehen kann man tun.

Wenn ich bei meinem Archäologe mal anderer Meinung bin, sagte der doch glatt, “Wenn Du meinst…”.

Und das meint der tatsächlich ernst, er lässt andere Meinungen zu.

>> Ich weiß nicht was es ist << finde ich in so einem Falle für mich die beste Antwort.

Das heißt ja nicht, dass es nichts ist.

Gruß

Jürgen

2 Likes

@ StoneMan

>> Ich weiß nicht was es ist << finde ich in so einem Falle für mich die beste Antwort.
Nichts anderes geht auch aus den Links 1 und 3 von Barbara und meinem Link für die etwa gleich großen Stücke hervor ! :wink:
Da die Archäologen keine genaue Bestimmung der Stücke festlegen können, bezeichnen sie diese einfach als “Rillensteine” ! Denk ich mir, habe ich mir gedacht ! :angel:

@ Irminfried

Und die Kultschiene ist für mich nicht so interessant… :wink:
Meine scherzhafte Bemerkung mit dem alten Archäologenspruch über eine “kultische” Einordung sollte dann auch ein Scherz bleiben. Wissen kann man es aber nie ! :angel:

Offen bleibt aber trotzdem, ob es sich bei der Rille nicht um eine Auswitterung handelt. Wir alle kennen die schönen Geröllheimer mit der Leibbinde.
Letzteres kann ich aber nur zur Diskussion stellen, denn auf dem Gebiet bin ich noch ein zu laienhafter Laie, aber ich arbeite dran ! :grin:

Gruß
Kurti

1 Like

Guten Abend zusammen, herzlichen Dank an alle die mir ihre Gedanken und Ideen zu meinem Stein geschickt haben. Ich bin nicht viel schlauer. Momentan sieht die Rille tatsächlich heller aus. Sollte ich den Stein mal ordentlich schrubben? Eventuell ändert sich dann alles.( Einlegen in Chlorbleiche— jede gute Hausfrau kennt Mittel und Wege Verfärbungen zu entfernen).?Er hat auch hübsche Rauten als Einkerbung auf der Oberfläche. An einen Stein für Netze war auch mal eine Idee von mir aber die sahen ja teilweise viel anderst aus. Aus Sandstein ist er sicher nicht. Wo kann ich den Stein denn eurer Meinung nach zuordnen lassen? Geht man damit ins nächste Museum? Ganz lieben Dank für eure weiteren Tipps! Es grüsst ganz herzlich Sabine

Ich hab mal etwas oberflächlich mit der Zahnbürste vorsichtig gesäubert und tatsächlich ist die Rinne noch heller geworden.
Und um es nochmals zu erwähnen der Stein wiegt 59 g.
Hat jemand noch irgendeine Idee dazu? Wir sind am umziehen, der Stein lebt in unsicheren Zeiten :slight_smile:

sab464

Hallo Sabine,

wie Du aus den Links und unseren Kommentaren ersehen kannst ist es aus archäologischer Sicht schwierig einen solchen Stein sicher einzuordnen oder gar die Verwendung anzugeben.
Deshalb findet man solche Steine, wenn eindeutig ein Artefakt, meistens unter der Bezeichnung “Rillensteine”.

Ob es sich tatsächlich um ein Artefakt handelt, hat sich bis jetzt noch nicht sicher erwiesen.

Ohne den Kollegen hier jetzt vorzugreifen plädiere ich für die zusätzliche Nachfrage in einem Mineralienforum wie z.Bsp. diesem hier !

Gruß
Kurti

2 Likes

Moin,

sab464 schrieb:

…ich werde morgen ihn mal genau wiegen. Ich schätze ihn grob um die 200g…

So viel zum Schätzen :wink:

sab464 schrieb:

…Und um es nochmals zu erwähnen der Stein wiegt 59 g…

Das ist immerhin schon ein Hinweis, dass es sich um Stein handeln kann.

Bei 200 g würden wir uns bei Kupfer, Messing, Nickel befinden, wenn wir das Fundstück als Kugel mit einem mittleren Durchmesser von 3,5 cm annehmen.

Bei diesem Durchesser wiegt ein Sandstein 53,88 g.

Reinige ihn doch einmal nur mit Wasser und Bürste, lass ihn trocknen und versuche noch ein paar gute Nahaufnahmen der Rille und den Rauten - nicht zu nah - Schärfe ist wichtiger.

Ich komme zurzeit nicht dazu weiter zu recherchieren - hoffen wir auf Barbara und Kurti.

Gruß

Jürgen

1 Like

@ StoneMan

Hallo Jürgen,

unsere Kommentare haben sich mal wieder überschnitten ! :zipper_mouth_face:

Ich habe oben schon angeraten zusätzlich im Mineralienforum nachzufragen, denn es ist ja gar nicht so sicher, dass es ein Artefakt ist. :sunglasses:

Gruß
Kurti

1 Like

sab464 schrieb:
Hat jemand noch irgendeine Idee dazu? Wir sind am umziehen, der Stein lebt in unsicheren Zeiten :slight_smile:

Um Himmels Willen… nicht entsorgen! Das Teil ist rätselhaft und genießt insofern Artenschutz! :zipper_mouth_face:

Ich hatte schon noch Ideen, aber keine Zeit, um weiter zu recherchieren.

Übrigens, @StoneMan, Sandstein vermute ich nicht, siehe Fotoausschnitt.

Zur unterschiedlichen Verwitterung hatte ich überlegt, ob die Rille bis vor „kurzer“ Zeit vielleicht durch ein anderes Material verdeckt war. Vielleicht eine Halterung?

Dann bliebe die Frage, wozu könnte die Konstruktion gedient haben?

Für einen simplen Netzsenker ist die Rille m. E. zu aufwändig gearbeitet. Irminfried schloss wegen der Zerklüftungen einen Hammer aus.

Aber um jemandem ein Loch in den Kopf zu schlagen, ist keine glatte oder bearbeitete Fläche notwendig. Mit 56 Gramm gibt das aber wohl nur eine Beule. :grin:

Ein weiteres Suchwort war, wenn ich mich recht erinnere, irgendwas in Richtung „Schleuderstein“. Aber eine aufwändig gearbeitete Kerbe für ein Wurfgeschoss? Das man vielleicht nicht wiederfindet?

Dann hatte ich noch das Stichwort Kerbschlägel und eine Zeichnung, wo ein schlingenförmig gebogenes Holz die Kerbe umschloss – unter dem Stein zusammengeführt und als Griff verschnürt. Finde ich aber jetzt nicht wieder.

Neu gefunden (und hochaktuell) habe ich aber dies:
https://www.uibk.ac.at/himat/forschungszentrum/qualifizierungsarbeiten/lamprecht/index.html.de

Für ein Artefakt halte ich das Teil mit ziemlicher Sicherheit. Also mal die Universität Innsbruck kontaktieren!?! :slight_smile:

1 Like