Moin Sven,
Glückwunsch zu diesem Fundstück. ![]()
Da bin ich ganz bei Deiner Unsicherheit.
Eine einseitig retuschierte Sichel ist mir noch nicht untergekommen, weder in Dänemark
noch in Norddeutschland / SH.
Auch meine Fotos aus Schloss Gottorf zeigen keine Sicheln, die nur einseitig retuschiert sind.
Ob der Begriff “Spitzklingen” in Norddeutschland überhaupt Verwendung findet, weiß
ich nicht.
Wohl aber “Dolche” und “Dolchartige Spitzen” bzw. “Flintspitzen”, diese sind aber zweiseitig oberflächenretuschiert.
Flintspitzen gibt es auch in Form der “Speisemesser” (Kühn 1979) im spätneolithischen
Fundspektrum. Davon habe ich ein Fragment, die Spitze.
Näher kommen wir mit Deinem Fund zu den “Spandolchen”, diese haben eine einseitige Flächenretusche.
Auch die Längskrümmung Deines Fundes passt zu den Spandolchen.
Zitat Hans Joachim Kühn:
Spandolche sind stets aus einer Langklinge gefertigt. Kennzeichnend ist die
unbearbeitete Ventralfläche.
Die Dorsalseite zeigt eine umlaufende, steile Randretusche. Diese Retusche kann
gelegentlich auch zur Mitte hin auf die Oberfläche übergreifen.
[…]
Bei der Masse der Spandolche ist die Basis halbrund gestaltet.
Zitat Ende
Gruß
Jürgen
