Silex woher?

Guten Abend liebe Experten,

trotz der hüfthohen Bohnen auf dem Feld, entdeckte ich beim Meldeausreißen dieses Teilstück eines Silexartefakts.

Wir befinden uns in Niederbayern, im Vilstal zwischen Frontenhausen und Gerzen. 

Die meisten Silices, die ich auf demselben Acker finde, sind aus dem Abendsberger Raum, vom Plattensilex aus Arnhofen.

Dieser hier scheint jedoch woanders her zu sein.

Könnte es baltischer Feuerstein sein? Ich dachte daran, weil ich in einem Artikel dieser Website aus 2012 - “Silexartefakte aus dem Chamer Erdwerk von Riekofen” - in der Abbildung 4, Bild 4, dieselben Strukturen (wie Wasserblasen unter einer Eisdecke) zu sehen glaube.

Verzeiht meine laienhafte Beschreibung.

Ich habe versucht, das so zu fotografieren, dass man die Feinheiten sehen kann. Zwei Fotos haben einen Rotstich, da musste ich das Licht verändern, um die Oberfläche deutlicher zu kriegen.

Das Teil ist braungrau, wiegt 1,5g.

Was denkt ihr?

Gute Grüße, Annelinde

Moin Annelinde,

gerade beim Flint ist die Farbe wichtig - per Foto Gestein zu bestimmen ist per se schwierig.

Beim Fotografieren auf jeden Fall grelle Farben in der näheren Umgebung verbannen.

Allein ein rotes /blaues T-Shirt oder auch das Lineal kann die Farbe reflektieren

und geht aufs Objekt über.

Ist die Farbe so besser?

Deine Fundgegend ist mir ja leider fremd, es könnte sich um französischen Flint handeln,

aber die Bilder geben das nicht her.

Vielleicht sogar ein Flintenstein (?) sind die Seitenkanten retuschiert?

Gruß

Jürgen

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Hi Annelinde

Um meinen Vorredner zu ergänzen:

Könnte auch bei der Datierung von der ein oder anderen Bleikugel helfen.

Gruß Chris 

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Vielen Dank, Jürgen und Chris,

einen schönen Sonntag wünsche ich euch.

Dieses Teilchen sträubt sich sehr von mir fotografiert zu werden.

Ich sollte mir doch mal wieder eine Kamera zulegen. Entschuldigt bitte die Qualität. Für solche Aufgaben ist mein Handy nicht gemacht. Ich versuch euch trotzdem die Farbe besser zu zeigen.

Ach, mir geht ein Licht auf. “Flinte”! Daran hatte ich nicht gedacht. Das wäre dann eine völlig andere Zeit. Jürgen, ja, die Ränder sind retuschiert, unregelmäßig, vom Gebrauch?!

Danke für den Link Chris.

Für mich: Neue Lektüre zu neuem Thema. Danke!

Es grüßt aus dem schönen Bayern, Annelinde

Moin Annelinde,

“Flinte”, genau - wenn “retuschiert” dann formgebend und (!) vom Gebrauch.

Würde doch zu Deinen Bleikugeln passen.

Wenn Du dann auch noch unförmige, undefinierbare Bleistücke /-platten findest, kann es sich

umd die “Ummantelung / Halterung” für den Flintenstein im Flintenschloss handeln.

Dann fehlt noch die Flinte selber… :wink:

Gruß

Jürgen

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Hallo Jürgen et al.,

könnte sowas auch dazugehören? Es ist zwar kein Blei, sondern vermutlich Stahl. Dichte: 7,89 g/cm³

Gewicht: 18,95g

Ergänzung