Speerspitze aus Achat?

Guten Morgen, dieses Objekt hat meine Tochter auf einem Acker in der Nähe von Idar Oberstein gefunden. Ein Edelsteinschleifer sagt, dass es ein Achat sei und womöglich mal eine Speerspitze werden sollte. Was meint ihr?

Hallo Enzo,

es ist bei diesem Material schwierig, an Hand von Fotos nachzuvollziehen, welche Flächen geschlagen wurden, welche Flächen natürliche Kristalloberflächen und was eventuell einfache Bruchflächen sind.

Ich tue mich schwer damit, das als Achat zu bezeichnen, für mich ist es eher ein kristalliner Quarz. Aber wie gesagt, ich erkenne es hier nicht. Wenn es also Achat ist, kann es keine natürlichen Kristallflächen geben, wir müssen also von Abschlägen ausgehen, die das Stück zum Artefakt machen. Eine gezielte Zurichtung in Richtung eines Gerätetyps oder gar einer Speerspitze kann ich auch nicht erkennen.

Ich halte es aber für recht wahrscheinlich, dass es sich bei der Nähe zu Idar-Oberstein mit seinen Edelsteinschleifereien um ein neuzeitliches Bruchstück handelt, also Abfall, der zu nichts mehr zu gebrauchen war. Ein Neolithiker würde das sicher anders sehen.

Viele Grüße

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Moin Enzo,

gerne würde ich Dein Fundstück einmal vor einem strukturlosem Hintergrund, dunkelgrau (anthrazit) sehen. Am besten nur mit Licht von oben links.

Dass es tranzluzid, lichtdurchlässig ist, kann man ja sehen, die Beschaffenheit der Oberflächen kommen besser raus mit meinem gewünschten Vorschlag.

Eine Speerspitze würde ich ausschließen, das sehe ich wie Sven.

Würde ich das Stück kommentarlos sehen, würde ich es für ein Stück transparenten Silex (Feuerstein) halten.

Gruß

Jürgen

Gerne …

Hallo,

auch auf den neuen Bildern kann ich kein steinzeitliches Artefakt erkennen. Das, was manchmal wie Wallnerlinien wirkt, ist wohl die Bänderung, die es auch bei Feuerstein gibt. Eine gezielte Formgebung würde ich hier ausschließen.

Viele Grüße

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Moin Enzo,

und Danke für die Fotos.

Leider ist der Hintergrund nicht günstig. Er sollte ohne Strukturen sein und nicht glänzen, sodass
das einfallende Licht zurückgeworfen wird und blendet.

Mein Fehler, hätte ich schreiben müssen.

So muss es bei der Einschätzung von Sven bleiben.

Gruß

Jürgen

Moin Jürgen,

eine Chance geben wir meinem Jahrhundertfund noch :wink:

Viele Grüße

Enzo

Moin Enzo,

Danke für die neuen Fotos.

Eine wirklich schwierige Entscheidung aufgrund (nur) Fotos das Stück zu bestimmen.

Nun neige ich ´doch´ zu einem Pseudo- / Geofakt.

Vielleicht hast Du einmal die Gelegenheit das Stück einer Archäologin, einem Archäologen vorzulegen. Bitte dann um Rückmeldung, wäre wichtig für uns.

Gruß

Jürgen

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Hallo Jürgen,

danke für die Rückmeldung. Ich versuche mal, jemanden hier am Schliemann-Institut zu kontaktieren.

Grüße, Enzo

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Moin Enzo,

da der Fundort in RLP ist, ich aber keine Kontakte dort habe, würde ich einfach
Birgit Gehlen anschreiben.

Aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit u.a. der AG Mesolithikum hat Birgit ein sehr breitgefächertes Wissen zu Steinzeitfunden.

Birgit ist nicht nur immer hilfsbereit, sie hat auch ein Faible für wenig attraktive bzw.
schwierige Fundstücke.

Einfach mit den besten Fotos eine Anfrage starten.

Emailadresse: bgehlen.archgraph@gmx.de / bgehlen1@uni-koeln.de

Gruß

Jürgen

PS, für den schwarzen Hintergrund verwende ich Tonpapier (schluckt Lichtreflexe, weil matt).
Für wenige Cent im Schreibwarenladen einzeln zu erwerben.