"Steine" die Geschichte haben – grüne / blaugrüne Schlackensteine

Moin,

derzeit war ich mit unserer Hündin † in Langenberg, bei Velbert Kreis Mettmann,
spazieren, “Am Bleiberg”, heißt es dort.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts war hier eine Erzgrube. Bis 1772 wurde dort mit
Unterbrechungen (u.a. Dreißigjährigen Krieg) nach Bleierzen geschürft.
Ein Wassereinbruch setzte der Förderung zunächst ein Ende.

Irgendwann ~ 1844 wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Es ging wieder rauf und runter,
mal war es Wasser, mal die Technik, die zu Unterbrechungen nötigte, oder zur Neige gehende
Erzvorkommen erzwangen die Stilllegung der Grube.
An anderer Stelle wurden neue Gruben abgeteuft.
Um 1900 wurde dann der Betrieb in diesem Gebiet eingestellt.

In den Gruben wurde Blei-, Zink-, Kupfer-, Eisenerz, Zinkblende und Schwefelkies,
sowie Kupfererz geschürft.

Von den Gruben sieht man heute praktisch nichts mehr, auf dem Gelände steht nun das
“Diakonissen-Mutterhaus Bleibergquelle”.

Mein Weg (Wald-Naturpfad) führte an einem kleinen Bach entlang, der Bleibergbeeke.
Am Ufer des Baches blinkt und glitzert es manchmal, winzige kristalline Einschlüsse im
Gestein zeugen vom Erzgehalt des Bodens.

Aufgrund meiner damaligen Recherche liegt es auf der Hand, respektive meiner Hand, ist es Schlacke aus den damaligen Betrieben.

Die Brocken sind hart, können kaum mit Flint geritzt werden, ritzt aber
eben keinen Flint und ritzt selbst kaum Glas (Härte nach Mohs ~ 5-7).
Zum Teil besitzt die Schlacke eine glasierte Oberfläche.

Gruß

Jürgen

Übersicht mit KI:

Schlacken sind keine Steine im geologischen Sinne, sondern glasig bis kristallin erstarrte Nebenprodukte der Metallverhüttung (Eisen, Kupfer) …

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Servus,

ist schon faszinierend wie unterschiedlich die Schlacken sind. Vom Acker kenne ich überwiegend die schwarze Schlacke, die immer wieder interessante Formen hat.

Einmal habe ich eine andere Schlacke gefunden. Möglicherweise Glasschlacke:

Vom Elektrodenschweißen kenne ich auch Schlacke, die ähnelt aber eher der Schwarzen. Ich Frage mich wie weit sich die Schlacken dem Material zuordnen lassen? Deine grüne Schlacke könnte von Kupfer sein?

Gruß Shard

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Hallo Shard,

istd as sicher Schlacke? So eine hab ich noch nie gesehen. Nach Glasschlacke sieht es nicht für mich aus, aber da weiß ich auch einfach noch zu wenig. EDIT: Ja, doch, sieht schon etwas wie Schlacke aus, nach genauem Hinsehen.

Ich habe Schlackenstücke ähnlich denen von Jürgen mit schwarzer, rot-brauner, grüner, blauer und türkisfarbener Vergläserung gefunden, eindeutige Rückschlüsse auf ein bestimmtes Metall lässt das aber wohl nicht zu. Da sind eher Kontext, Magnetismus und das Gefüge der Schlacke selbst aussagefähiger. Bei meinen vielen Stücken aus dem Silexabbauplatz weiß ich nur, dass sie definitiv keine Glasschlacke sind, sondern dass dort vehüttet wurde, mehr aber auch nicht. Aber da ich ja überall das Zeug finde, sollte ich vielleicht besser das zu meinem Thema machen als Keramik :grin: Ist wie der Wink mit dem Zaunpfahl, denk ich manchmal.

Liebe Grüße

Inez

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Servus,

ja, ist jetzt nicht die typische Schlacke. Und zuerst dachte ich auch das wäre ein Mineral (daher Steinfund Deklarierung). Aber würde da eines besseren belehrt.

Ich denke auch bei Schlacken kann man spannende Erkenntnisse gewinnen. Halt uns auf jeden Fall auf dem laufenden.

Gruß Shard

die Erkenntnisse kommen auch dann nur, wenn es Kontext gibt, aber das ist ja auch das Spannende - wo haben sie denn nun bloß den Amboss hingeworfen, muss doch irgendwo sein, das Metall muss schließlich irgendwo verarbeitet worden sein ….:grin:

So oder so: Viel zu lernen, wie immer.

LG

Inez

Na ja, der Amboss kann ja irgendwo gestanden haben. Die Schlacke wurde auf die Felder gekarrt. Was ich eigentlich meinte, dass man bei Schlacke auch noch einiges rausfinden könnte weil Schlacke nicht gleich Schlacke ist(wie wir hier ja schon optisch sehen). Man könnte die Dichte, Magnetismus, Poren, Material etc. erforschen. Würde auf dem Acker nur die Schlacke von einem Metall entsorgt? Welches Metall war das? Was für Mengen Geschätzt? Und so weiter… Um nur Mal ein paar Fragestellungen zu liefern.

Bei mir findet man immer wieder Mal einen Krümel Schlacke auf dem Acker oder im Garten, aber auf einem Acker hab ich da auch sehr viel. War das der Acker neben der Dorfschmiede?

So viele Fragen und so wenig Zeit…

Gruß Shard

ich meinte das nur ironisch mit dem Amboss :grin:

Solange man nur hier und da einzelne Bröckchen findet, ist das einfach wenig aussagefähig, das wurde halt alles im Laufe der Jahre verzogen. Wenn du mal mehr auf engem Raum findest, lohnt es sich sicher, da näher hinzuschauen.

Moin,

es gibt sie nicht nur in Velbert / NRW.

Zitat:

Herkunft und Entstehung

Der Fund in der Hand ist weder ein Mineral noch ein Gestein.

Es sind schlichtweg Schlackenreste aus der vorindustriellen Harzer Eisenverhüttung. Hierbei kann man auch von einem „menschengemachten” Gestein bzw. Mineral sprechen.

Quelle

Mitunter werden sie als Mariensteine verballhornisiert.

Gruß

Jürgen

51,75 g, 2,77 g/cm³ | 24,54 g, 2,59 g/cm³