Steinzeitlicher Fundkomplex (Diskussion)

Hallo Inez,

du bringst es wieder mal auf den Punkt. Das meine ich ganz ernst und ohne Ironie.

Hypothese, Antithese. Falsifizierung - Arbeit, Arbeit, Arbeit, …

Es steht zwar eigentlich schon alles da, aber ich fasse trotzdem nochmal kurz zusammen. Hinweise auf Methodikschwächen ausdrücklich erwünscht.

Beobachtung:
Einige mutmaßlich bearbeitete Radiolarite gefunden. Radiolarit von hoher Qualität, für Artefaktherstellung nutzbar.

Fakt: Weit weniger als 1% des Materials der in meiner Region zu über 90% genutzen Rohstoffquelle, dem Lahnkies, ist artefakttaugliches Radiolarit.

Hypothese:
Da mehrere Radiolarite von hoher Qualität auf kleinem Raum konzentriert sind, muss eine Selektion stattgefunden haben.

Antithese:
Zufall.

Falsifizierung:
Finde Radiolarite von minderer Qualität.

Es folgen 20 Jahre Suche auf 5000 qm, weit mehr als 1000h (Arbeit!), Funde werden von Jahr zu Jahr weniger, die letzten 3 Jahre nichts mehr. (Ich erinnere daran, dass sehr flach bearbeitet wird.

Ergebnis:

  1. 30 unterschiedliche, hochwertige Silices, überwiegend heimische Radiolarite, 1 Feuerstein, 1-2 Hornsteine (mit meinen Mitteln nicht bestimmbar).
  2. Kein Rohmaterial.
  3. 1 unbearbeitetes Silices von geringer Qualität.
  4. Nichts, was auf Düngung mit Mist oder Fäkalien hindeutet.
  5. 12 mutmaßlich bearbeitete Sandsteine/Felsgesteine.
  6. 90% der Funde auf einer Fläche von 500 qm gemacht, höhere Konzentration in der Mitte (Zerstreuung),
  7. 4500 qm Kontrollfläche sauber, bis auf die letzten 10% der hochwertigen Silices.

Theorie:
Kurzeitiger Lageraufenthalt und/oder Inventarverlust

Gruß
Marco