Umfrage für mein IHK-Abschlussprojekt – Digitales Grabungsmanagement

Hey zusammen,

ich absolviere derzeit meine IHK-Abschlussprüfung zum IT-Produktmanager und arbeite im Rahmen meines Abschlussprojekts an der Konzeption eines digitalen Grabungsmanagement-Systems für archäologische Ausgrabungen.

Ziel ist es, den Dokumentationsprozess zu vereinfachen und Informationen wie Funde, Fotos, Zeichnungen, GPS-Daten und Berichte zentral an einem Ort zu verwalten. Da ich das Projekt möglichst praxisnah entwickeln möchte, ist eure Erfahrung für mich besonders wertvoll.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir sagen könntet ob man so ein Management-System gebrauchen kann in der Archäologie bzw. ob ihr ggf. an einer kleinen Umfrage teilnehmen könntet, falls dies für euch in Ordnung ist.

Falls ihr zusätzliche Ideen oder Anregungen habt, schreibt sie gerne als Kommentar unter den Beitrag.

lg

Waldragon

Moin Waldragon,

Willkommen hier.

Eine Frage / Anmerkung vorab.

Bist Du Dir darüber im Klaren, dass jedes Bundesland seine eigenen Denkmalgesetze hat und
in den archäologischen Landesämtern kein Konsens bezüglich der Grabungsrichtlinien und den Dokumentationen herrscht?

Das denke ich sehr wohl, aber ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, der Austausch zwischen den archäologischen Landesämtern ist sehr karg bis gar nicht vorhanden.

Gruß

Jürgen

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Hallo Waldragon,

ich denke auch, du solltest für ein spezifisches Bundesland planen, die Unterschiede sind gross.

Grundsätzlich sollte ein GIS eingebaut sein, als Basis für alle anderen erhobenen Daten. Welche Listen erstellt und ausgegeben werden müssen (Befund-, Fund-, Foto-, etc.), wohin sie exportiert werden sollen und in welchen Formaten entscheiden die Länder.

Du brauchst verschiedene Zugriffsebenen, nur lesen bis volle Kontrolle.

Toll wäre eine Funktion zum automatischen update aller beteiligten Programme und Daten.

Und das Ganze muss auf den Endgeräten laufen können, die auf einer Grabung vorhanden sind.

Ich nehme an, aus der Liste werden noch weitere Vorschläge kommen.

Viel Spass

Uwe

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Moin Waldragon,

schöne Idee. Werfe mal bitte einen Blick in die Grabungsrichtlinien LVR in NRW. Dort kannst du sehen, wie zum einen das Stellensystem funktioniert und welche Abhängigkeiten dazu für die ganzen Listen gemacht werden müssen. Das System muss dann in der Lage sein, die Fundlisten, den Stellenkatalog, Foto- und Zeichnungslisten bis hin zur digitalisierten Stellenkarte zur Verfügung zu stellen. Auch muss das System in der Lage sein, Verweise auf andere Stellen zu tätigen bzw. dann auch zu verarbeiten. Das geht dann auch soweit, dass letztendlich aus den jeweilige. Datensätzen, die Stellenkarte mit einem eigenen Dateinamen versehen werden müssen, um diese dann anschließend in Papierform, als pdf, zu drucken. Auch wäre ein Tool zur Füllung der Fundliste und auch des Stellenkataloges mit farblichen Hinweis auf den Bearbeitungsstand des Befundes hilfreich. Ebenso sollten Textbausteine für durchgeführte Arbeiten, Vermessung, Zeichnung etc. zur Verfügung stehen. Dazu muss das System in der Lage sein, dass mehrere Endgeräte gleichzeitig in dieser Datenbank der jeweiligen Grabung (oder auch Sachverhaltsermittlung / Prospektion) arbeiten können. Damit wäre gewährleistet, dass Befunde gleichzeitig dokumentiert werden können.

Im Übrigen wäre eine solche Software ein echter Wettbewerbsvorteil für die Grabungsfirmen, da eine erhebliche Zeitersparnis auf der Fläche und auch später in der Nachbearbeitung vorhanden ist. Ich glaube an dieser Stelle kaum, dass Firmen, die schon digital unterwegs sind, hier Erfahrungen teilen werden…

In diesem Sinne viel Erfolg für deine Arbeit und Grüße,

Thorsten

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