Ein seltener Fund einer Axt, bei der der Griff vollständig erhalten ist:
Vom See ins Museum – die jungsteinzeitliche Fällaxt aus Steckborn | Kanton Thurgau
Gruß, Timo
Ein seltener Fund einer Axt, bei der der Griff vollständig erhalten ist:
Vom See ins Museum – die jungsteinzeitliche Fällaxt aus Steckborn | Kanton Thurgau
Gruß, Timo
Hallo,
Leider ist die Axt nach unserer archäologischen Definition ein Beil.
Schön zu sehen aber, wie hoch der Holzanteil eines solchen Gerätes ist.
Mich interessieren aber Steinäxte, das heißt, durchlochte Hiebgeräte. Da die Löcher da meist nur wenig über 20 mm im Durchmesser sind, halte ich persönlich eine heute übliche Schäftung für wenig sinnvoll. Einerseits würde doch ein so dünner Stiel schnell brechen, andererseits würde sich die Klinge im runden Loch schnell verdrehen. Ein starkes Verkeilen würde den Stein schnell brechen lassen. Wobei das Loch ja ohnehin eine Sollbruchstelle darstellt, die meisten Funde solcher durchlochten Geräte sind auch da gebrochen.
Viele Grüße
Es hat mich auch etwas verwundert, dass die Thurgauer Archäologen dieses Werkzeug als (Fäll-)Axt ansprechen.
Absolut. Das für einen Stiel zu kleine Loch kann eigentlich nur zur Aufnahme eines Dübels/Keils gedient haben, nachdem die Klinge zuvor schon in eine Aushöhlung im Griff eingepasst/-geklebt worden war — wie im hier vorliegenden lochlosen Beispiel.
Gruß, Timo
So stelle ich mir das auch vor. Aber gibt es dafür Belege?
Oft werden die kleinen Löcher damit erklärt, dass es eher Setzkeile als Äxte waren, die an dünnen Stäben gehalten wurden. Das leuchtet mir nicht ein.
Eine andere Erklärung ist, dass es sich auch um Waffen und Statussymbole handelt. Das kann ich nachvollziehen.
Aber als Arbeitsgerät ist eine Fixierung mit einer Art Keil oder auch einer Bindung an einem starken Schaft durch das Loch recht sinnvoll.
Ist mir nicht bekannt. Man müsste das wohl experimentell belegen. Da Holzarbeiten heute nicht infrage kommen, und natürlich auch keine Steinaxt zur Hand ist, habe ich mich einmal mit Photopea versucht.
So könnte das vielleicht ausgesehen haben (von oben betrachtet) — was denkst Du?
Jedenfalls könnte man so für eine sehr feste Verbindung sorgen.
[Den Griff darf man sich auch gern etwas länger denken — und auch den ‘Hinterkopf’ würde ich dorsal noch weiter ausdehnen, zumal zusätzliche Masse hier ja wegen mehr ‘Wumms’ durchaus erwünscht ist.]
Dass das an den Kopf eines Spechts erinnert, ist, vom ‘Auge’ abgesehen, nicht zufällig. ![]()
Am Ende würde ich den ‘Kopf’ noch stramm mit nassen Lederriemen umwickeln, die sich beim Trocknen zusammenziehen und dann dem Holz zusätzliche Stabilität gegen nach außen gerichtete Kräfte verleihen.
Gruß, Timo
Bin gerade noch auf zwei gelochte Exemplare gestoßen, bei denen überdeutlich zu erkennen ist, dass sie in einem Schaft mit einem Dübel fixiert gewesen sein müssen, und ein Stiel hier überhaupt keinen Sinn ergibt, viel zu weit hinten sitzen die zudem zu kleinen Bohrungen:
Dito. Wozu brauchen Steinkeile ein zunächst mühsam zu bohrendes, und dann die Struktur schwächendes Loch? — Als wären Neolithiker weniger treffsicher und mehr um Arbeitsschutz besorgt gewesen als Waldarbeiter der Neuzeit
:
https://youtu.be/Osu8U01awgQ?t=60
[Zu diesem Dokumentarfilm ist zu sagen, dass er zwar in den 1960er Jahren gedreht wurde, hier aber die ältere Generation demonstrierte, wie in ihrer Jugend vor der Einführung von Kettensäge und Unimog gearbeitet worden war.]
Gruß, Timo