Wie alt ist diese Dame?

Hallo

Ich hab etwas gefunden und würde gern wissen ob man das Alter des Objektes vielleicht einschätzen kann und was es wirklich ist.

Gefunden hab ich den Kopf unterhalb eines alten Stollens in der Böschung der dazugehörigen Halde im Nordschwarzwald. Mittelalterlicher Bergbau in der ganzen Gegend, den Stollen direkt gibt es aber erst seit ich glaube 1822.

Meine Gedanken zu dem Stück sind, es könnte eine Heilige Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, aus Zeiten des aktiven Bergbaus sein. Oder einfach der Kopf einer Maria Krippenfigur, es handelt sich um einen Stollen der für Besucher offen ist und früher, keine Ahnung wann genau, hat man dort wohl Weihnachtsmarkt veranstaltet.

Zum Material kann ich leider auch nicht viel sagen, irgendwie sandig, erinnert an Beton aber nicht so richtig. Es ist aber schwerer als man vermutet.

Vielleicht erkennt ja jemand schon am Material oder der Machart ob es älter sein könnte.

Moin Josephine,

eine Google-Bildersuche ergibt, dass es kaum möglich ist, eine genaue Bestimmung vorzunehmen.

Hier ~ ein Ergebnis: Statuenbüste einer Göttin - Kunstwerke - Kunsthistorisches Museum - KHM.at

Hier mehr stöbern.

Gruß

Jürgen

Servus,

ich wäre hier auch bei der guten Barbara. Das würde durchaus gut zum Stollen passen. Aber alleine Anhand des Kopfes eine Bestimmung vorzunehmen wird schwierig.

Kannst du vielleicht etwas zur Magerung (also die Partikel die im Material sind) des Tones sagen? Kannst du so etwas wie kleine Steinchen oder etwas anderes entdecken? Sind glitzernde Partikel im Ton? Wenn ja wie viele und wie groß?

Gruß Shard

Danke für deine Antwort. :blush:

Also, ich hab mal versucht etwas bessere Bilder zu machen. Man erkennt viele kleine Steinchen in dem Material. Es glitzert komplett, das Schwarze außen und das Innere, ganz feine Glitzerpartikel mit hier und da nem etwas größeren.

Ja, die Googel Bildersuche hat mir auch nur Blödsinn vorgeschlagen.

Deshalb bin ich dann auch hier gelandet, ich hoffe hier gibt es den ein oder anderen der sich mit sowas auskennt.

Oh, das sieht spannend aus. So grobkörnig gemagert könnte das Stück durchaus älter sein. Ist es denn hart gebrannt? Kannst du es mit dem Fingernagel ritzen?

Vielleicht weiß @Schottesatze mehr dazu…

Gruß Shard

Also so richtig ritzen kann ich es mit dem Fingernagel nicht, es bleibt nur ein ganz hauchfeiner Kratzer wenn ich es richtig fest versuche. Der Fingernagel nimmt mehr Schaden. :grinning_face_with_smiling_eyes:

Scheint also recht hart zu sein.

Dann wird es vermutlich die Barbara aus dem späteren Mittelalter/frühe Neuzeit sein. Reduzierend gebrannt und grob gemagert um Spannungsrisse zu vermeiden.

Aber wärt Mal noch ob Schottesatze noch etwas dazu beiträgt. Und schadet nichts wenn du es dem Landesamt meldest (und uns dann bitte auf dem laufenden halten, was die dazu meinen damit wir unsere Einschätzung verbessern können).

Gruß Shard

Hallo Josephine, hallo Shard,

ich würde das Stück auch als Harte Grauware ansprechen, wenn es Haushaltskeramik wäre würde ich sogar sagen es dürfte aus dem 14. Jh stammen (grobe Magerung, die Masse ist nicht homogen durchgearbeitet, die Brennhaut deutlich schwarz, die Verarbeitung eher grob). Es sieht aus, als wäre es in eine Form hinein gedrückt worden, ob als Pilgerzeichen/Andenken oder als Baukeramik (wäre dann tendenziell eher etwas jünger) in der einen oder anderen Form weiß ich nicht. Das käme dann auf die Werkstatt an, was sie konnten und was sie erreichen wollten.

Ich würde das Stück unbedingt dem Amt vorlegen, vielleicht haben die mehr Vergleichsstücke. Ein schöner Fund.

viel Spaß

Uwe

Vielen Dank für eure Antworten.

Das klingt ja jetzt wirklich spannend und mich würde es sehr interessieren wie alt sie nun genau ist und vielleicht sogar noch weitere Infos.

An welches Amt genau melde ich mich da denn, in Baden-Württemberg? Mit archäologischen Dingen kenn ich mich gar nicht aus.

Und, werden die mir das Stück wegnehmen, könnt ihr das vielleicht einschätzen? :grimacing:

Moin,

so schnell werden sie Dir das nicht “wegnehmen”, wenn aber doch, dann hast Du einen wichtigen Fund gemacht und darfst stolz darauf sein.
Du bekämst dann auch entsprechende Zertifikate / Zeichnungen etc.

Meine Funde bekommen im “Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein” auf meiner Meldung den Vermerk vom ALSH: “Fund verbleibt beim Finder”.

Und da waren auch sehr interessante Funde dabei und auch neue Fundstellen, die bisher noch keine Funde verzeichnen konnten.

Gruß

Jürgen

@Josephine , hier findest Du das zuständige Amt:

Denkmalpflege Baden-Württemberg: Untere Denkmalschutzbehörden

Gruß, Timo

@StoneMan

Vielen Dank für deine Antwort, das beruhigt mich doch etwas. Auch falls die vom Amt sie an sich nehmen wollen hast du vollkommen Recht und ich ändere meine Meinung, schade wäre es, aber ja ich könnte dann wirklich stolz drauf sein.

Ein Zertifikat und eine Zeichnung wären toll, dann würden halt die statt der Dame selbst in der Vitrine stehen. :grinning_face_with_smiling_eyes:

@Geognost

Vielen Dank. Ich hatte selber mal gegoogelt aber war dann doch unsicher.

Ich bedanke mich für eure Hilfe und werde mich wieder melden, sobald ich Rückmeldung vom Amt bekommen habe, meine Fundmeldung habe ich vorhin abgeschickt. :grimacing:

Ihr kriegt Zertifikate und Zeichnungen?

Servus,

bei mir ist es eine Meldebestätigung in Form eines PDF. Darauf ist vermerkt um was es sich handelt und alle weiteren Details zum Fund.

Gruß Shard