Wie seit ihr zu Archäologie gekommen

… Oder: Wie wurde eure Flamme entfacht?

Zuerst einmal: Ich liebe Archäologie! Ja, man kann wirklich von Liebe sprechen.

Dass erste mal bin ich ihr mit etwa acht Jahren begegnet. Damals habe ich im Buch meiner Mama über Ägypten von Leuten gelesen die Dinge ausgraben die Unvorstellbar alt sind.
Es war liebe auf den ersten Blick!
Seit damals sauge ich alles über Archäologie in mich auf, Faktenwissen wie auch praktisches. Ich lebe für Artefakte und jede Scherbe die ich finde bedeutet mir die Welt. Ich versuche immer besser zu werden und mich immer weiter zu bilden um eine noch bessere Archäologin zu werden. Ich liebe aber auch “langweilige” Recherchearbeit oder die endlose Katalogisierung von Funden, genauso wie das reinigen und konservieren von Funden.

Sagt, wie seit ihr zu Archäologie gekommen? War es eine Jugendliebe oder ein Spätes Artefakt welches eure Neugierde geweckt hat?

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, eure Lara :black_heart:

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Servus,

grundsätzlich hab ich mich schon immer für Archäologie interessiert. Das übliche halt: Bücher, Museen, Filme… Aber so richtig eingehend befasse ich mich erst damit, seit ich ein paar mittelalterliche Scherben im Garten gefunden habe. Der Rest ist bekannt. :wink:

Gruß Shard

Es war das Buch „Götter, Gräber und Gelehrte“ das ich als Kind geschenkt bekommen habe. Als ich dann ungefähr 12 war, habe ich das Grab Barbarossas im Bach hinter unseren Garten vermutet, weil mein Großvater beim Graben nach Sand durch alte Holzbohlen in einen Hohlraum gebrochen war. :wink:

Als Erwachsene habe ich angefangen, kleine alte Artefakte zu sammeln. Fündig geworden bin ich in Urlauben oft in Antiquitätenläden rund um den Louvre und auf dem Lande bei “Brocante”. Heute habe ich meine Adressen im Internet. Und weil reine Sammlungen tot sind, habe ich angefangen, diese Artefakte in tragbarem Schuck zu verarbeiten.

Es macht mir Spaß, meine Stücke, die nicht immer eine unzweifelhafte Zuordnung haben, zu recherchieren. So konnte ich auch schon (bei aus der Auflösung einer alten Privatsammlung des 19. Jahrhunderts stammenden sehr alten Ringen) diverse Händler von Stücken aus dieser „Charge“ auf die Unsinnigkeit bestimmter Behauptungen hinweisen. :wink: Die Recherche zu einem sehr mysteriösen Objekt hat mich überhaupt erst in dieses Forum geführt.

Für mich haben Artefakte einen hohen emotionalen Wert. Da ist etwas übrig geblieben von einem vergangenen Leben. Angesichts von diversen miterlebten Wohnungsauflösungen (die ein individuellles Leben repräsentieren!) frage ich mich oft, was von uns übrig bleibt.

Das hat zu einer möglichen (Um-)Deutung von für uns alltäglichen Dingen durch eine zukünftigen Archäologie geführt. Wie würden zukünftige Archäologen und/oder eventuell auch Außerirdische profane Dinge deuten, wenn Zusammenhänge durch einen großen Zeitabstand „verwischt“ werden? Könnte z.B. das Symbol für USB für einen Gott mit Namen „Usb“ – wegen der {früher üblichen} „Einrahmung“ wie bei einer ägyptischen Kartusche – als Hieroglyphe und göttliches Symbol gedeutet werden? Einfach wegen der Ähnlichkeit und der möglicherweise bekannten Tatsache, dass in unserer Zeit noch Religionen aktuell waren?

Meine auf dieser gedanklichen Basis entstandenen Schuckstücke waren zur Ausstellung „Irrtümer & Fälschungen der Archäologie“ im Museumsshop zu haben. :wink:

Ein (phantasierter) ärchologischer Fund spielt auch eine Rolle in meinem Ratekrimi auf meiner Internetseite für Kinder und bei einem Ratekrimi für Kindergeburtstage.

Und: In Ägypten war ich selber schon – und habe damals (blame on me) ein prädynastisches Flintstück auf einem Feld gefunden und mitgenommen. Erklärungen dazu habe ich hier von StoneMan bekommen.

Einen angenehmen Sonntag wünscht Barbara

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Ich bin auch wie Barbara über das Buch „Götter, Gräber und Gelehrte“ zur Archäologie gekommen. 1950 (?) bekam ich es von meiner Tante (Frühhistorikerin) geschenkt. Ich war damals 12 Jahre alt und überlegte wo ich nach einem römischen Bau graben könnte. Meine Tante belehrte mich dann, dass das nicht jeder darf, sondern nur Archäologen oder Leute mit einer Genehmigung. So ein Schei… aber auch !

Also erst mal alles lesen was im Bücherregal stand. In Köln gab es dazu noch einige „original“ römische Tor-u.Mauerreste zum Anfassen.

Dabei geht’s mir ähnlich wie Barbara. Ich stelle mir immer vor welche Handwerker hier gearbeitet haben und das gleiche Artefakt in der Hand hatten wie ich jetzt nach fast 2000 Jahren.

Gegraben habe ich übrigens nie. Wofür haben wir denn Archäologen !!??

Gruß
Kurti

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Bei mir waren es Mommsen,meine Liebe zur Heimat und die Geschichte dazu sowie ein Freund,der durch eine ABM Massnahme an der Reinigung eines Schlossgrabens beteiligt war.Das röm.Reich und sein Einfluss und die Nachwirkungen auf Europa bzw Deutschland fand ich immer schon faszinierend.Ich komme aus einer Stadt am Niederrhein,die wie viele andere,schon vor knapp 2000 Jahren römisch besiedelt war.Ich habe vieles gelesen,von Mommsen über Cäsar aber auch Jeimatgeschichtliches.Richtig geweckt wurde mein Interesse aber über besagten Freund,der mir über die Funde in besagtem Graben erzählte.Jeder Fund hat seine Geschichte und mit ihm die Menschen die ihn nutzten oder herstellten.Ich fing dann an,bei Spaziergängen mit meinem Neufundländer,auf Feldern nach Scherben z gucken.Oftmals waren Tonpfeifen dabei,meisstens Scherben.Diese packte ich in Tütchen und die Archäologin von der ABM Massnahme datierte sie mir dann.Mit der Zeit wurden die Exkursionen mehr,gleichzeitig eignete ich mir ein gewisses Wissen an über Merkmale der verschiedenen Epochen bei Scherben von Gefässen.Eines Tages stolperte ich dann gerdazu über die Reste eines römischen Vicus,ein Trümmerfeld in einem Feld.Seither habe ich einen Scanner im Kopf,ich kann gar nicht anders als jedes Feld abzuchecken.Leider wusste ich nie,was ich als jugendlicher mal werden will,ich brach das Gym. nach der 10. ab.Jetzt ist es leider zu spät,ich betreibe es nur hobbymässig…Mein liebstes Stück ist ein grosser Ziegel von besagtem Vicus mit Katzenpfoten Abdrücken,.PS besagte Stelle ist bekannt und viele der Ziegel schrumpfen durch die Landwirtschaft immer mehr…

Bei mir war schon immer Interesse an Geschichte.Als Jugendlicher war ich nach der Schule mit Spaten und Fahrrad unterwegs. Ich komme eigentlich aus dem Bereich Militaria.Aber die Geschichte der Heimat und Umgebung hat mich auch schon immer interessiert. Ich bin bei uns im Heimatort im Geschichtskreis tätig, und seid diesem Jahr als Ehrenamtlicher für den LVR in Xanten tätig.So kann ich mit einem Kollegen aus dem Geschichtskreis, der eine Genehmigung zum Sondeln hat, offiziell unterwegs sein. Dieser Schritt war uns sehr wichtig.So können wir den LVR unterstützen und der LVR uns,wenn wir vom Geschichtskreis Fragen haben.

LG vom Niederrhein

Sehr schön eure “Geschichte” zu hören!
Bei mir war ja schon seit anfang an eine Begeisterung und großer Respekt vor vergangenen Kulturen vorhanden, angefangen bei Ägyptologie, (zu meiner Schande, das berühmte “Götter, Gräber und Gelehrte” hab ich recht spät entdeckt) und seit dem hat mich diese historische Krankheit befallen :yum:. Am liebsten untersuche ich natürlich zivile Grabungen, dass alltägliche Leben der einfachen Menschen, Handwerker und Bürger, ich bin eigentlich eher zwangsläufig zur Militärhistorie gekommen… Über ein Schulprojekt habe ich mich mit dem ersten Weltkrieg und dem Nationalsozialismus beschäftigt und quasi ins Kaninchenloch gefallen. Ich konnte in meiner damaligen kindlich- jugendlichen Unschuld kaum glauben wie furchtbar Grausam die Menschen zu ihren eigenen Brüdern sein konnte und habe alle Fakten in mich aufgesogen. Dass war natürlich eine schlechte Idee die mich bis heute mit ziemlich schlimmen Alpträumen beschert.
Nun Ja, Wissen ist ja bekanntlich Macht und ich hoffe dass ich diese nutzen kann dass uns so etwas nie wieder passiert. Auch wenn mittlerweile wieder ein großer Rechtsruck zu spüren ist. Ich sage ja nicht dass man sich nicht mit dieser Zeit beschäftigen sollte, ganz im Gegenteil, aber manche liebäugeln mit dieser Periode einfach zu sehr, horten Orden und allerlei Müll der Nazis und des Kaiserreichs.

Da finde ich es doch sehr viel schöner als ägyptologin oder auch im Rest der Welt zu graben und im Staub zu wühlen. Natürlich würde ich mir als Deutsch-, polnisch-, ungarisch-, französin nie eine Ausgrabung in einem Konzentrationslager entgehen lassen, quasi auf den Spuren meiner Ahnen.

Ich kann nur Hoffen dass viele unserer innerdeutschen Grabungen das Bild der “großen Meisterleistungen” korrigieren und die menschlichen Opfer endlich in den Vordergrund stellen…

So, genug Vergangenheit!.. Ich habe tatsächlich eine neue Katalogisierung für Fundstücke entwickelt! Ich erzähle euch demnächst ob sie sich bewährt!

Liebe Grüße eure Lara :black_heart:

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Ja, der Nazionalsozialismus ist ein bestürzendendes Thema im Zusammenhang mit Archäologie und Historie.

Aus meinem Familienbesitz stammt eine von meinem Großvater in Hamburg nach der „Operation Gomorrha“ gefundene Taschenuhr, die bis fast zur Unkenntlichkeit zusammengeschmolzen war. Ich habe sie der Gedenkstätte in der Kirchenruine St. Nikolai übergeben. Und ich möchte wirklich nicht genau wissen, in welchem „Fundzusammenhang“ sie gestanden hat.

Und ich habe das Buch „Faschismus“ von Vespignani besessen. Ich musste es entsorgen, weil ich seine Anwesenheit aufgrund eines bestimmten Fotos nicht mehr in meinem Bücherregal ertragen konnte: „Ärzte“ in weißen Kitteln posieren lächelnd hinter einem Tisch mit Teilen ihrer „Versuchsobjekte“. Ich spare mir eine genauere Beschreibung der „Objekt-Teile“, weil ich auch nicht mit Worten dieses Bild von menschlicher/moralischer Perversion in andere Köpfe eingraben möchte. Denn dieses Foto verfolgt mich bis heute.

LG Barbara

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Als kleiner Bub habe ich immer wieder Münzen gefunden , da ich alle Maulwurfshügel
abgesucht habe. Seit 1993 bin ich als ehrenamtlicher Beauftragter für die Denkmalpflege
im Einsatz. Von der Vor und Frühgeschichte bis ins Spätmittelalter. Also Querbeet durch
alle Epochen der Menschheitsgeschichte. Wobei ich z.Zt. mit unserer römischen
Siedlung am Häsenbühl beschäftigt bin, was nicht heißt dass ich nichts anderes mache.
Mein gesamtes Tätigkeitsfeld befindet sich im Zollernalbkreis.
Grüße Burgenjunkie