Lieber Hugin,
du hast folgendes sehr zutreffend formuliert:
Ich habe auf jeden Fall dazu gelernt 
Dem kann ich dir nur voll und ganz beipflichten. Wirklich dazugelernt habe ich insbesondere an dem Tag, als die Initiatorin dieses erneuten Fadens, nämlich WildeMöhre, mit Datum vom 12. Juni im Beitrag # 15 dieses Fadens ihre Dokumentation zur Stratigraphie und Schichtabfolge, samt geologischer Beobachtung und Einordnung der in der Profilwand Karlshof sichtbaren Böden und ihre jeweils einzeln sichtbaren Ablagerungen vorstellte und dort auch gleich eine stratigraphische Zeitstellung derselben vornahm. Ihre auf 2,60 Meter Wandhöhe vorgenommene Datierung der 4 Horizonte dürfte fachlich und sachlich richtig sein und sei hier zur Lektüre empfohlen.
Doch obwohl Johann, immerhin ein Freund des von mir kritisierten Benutzers StoneMan, ihr bei der Erstellung der Stratigraphie geholfen hat und der Beitrag qualitativ sehr hochwertig ist, wurde dieser für die weitere Erschließung der Fundstelle Karlshof-Ollenbäke sehr wichtige Beitrag einzig von mir selbst gelikt
. Da wusste ich, dass dieser Faden auch für mich als Themenstarter sehr einsam und ein ohnehin sehr hartes Brot werden würde. Aber ich habe mir an diesem traurigen Tag auch vorgenommen, der am 12. Januar 2025 seitens Wilde Möhre an mich herangetragenen Bitte um eine inhaltliche Stellungnahme zu den von ihr an den Fundorten Edewecht Godensholter Tief und Karlshof Ollenbäke aufgelesenen Objekten nach bestem Wissen und Gewissen gerecht zu werden.
@Hugin
Du hast reichlich (kostenloses und substanzielles) Feedback bekommen
Ich werte diese Aussage einfach mal als Zynismus, denn ich wurde ja nicht etwa mit konstruktiver Kritik, sondern zunehmend mit Hohn, Spott und vor allem auch mit falschen Behauptungen überzogen. Zuletzt meinte der Benutzer StoneMan mich in meiner Persönlichkeit herabwürdigen zu können, weil ich angeblich den Autoren Harald Floss falsch zitiert oder vorgetäuscht hätte, dass dieser sich positiv auf den Gerätetyp der Raspel bezogen habe. Das muss man sich einmal vorstellen, welche Anstrengungen der Benutzer StoneMan hier im Forum und im Hintergrund unternommen hat, um der Glaubwürdigkeit meiner Person beikommen zu können. Wenn der Benutzer StoneMan auch nur im geringsten an der Sache interessiert gewesen wäre, dann hätte er Herrn Floss stattdessen um eine Inaugenscheinnahme und Bewertung des in Abschnitt 8, Beitrag # 90 veröffentlichten Kielkratzers aus Chalzedon gebeten, denn der dort dazu zitierte Harald Floss ist ein ausgewiesener Fachmann für die Rohmaterialversorgung der im Paläolithikum am Mittelrhein lebenden Gruppen.
Ich bin an dieser Stelle ehrlich gesagt schockiert, wie sehr der archäologisch überaus bedeutende Kern aus Chalzedon hier zugunsten einer liderlichen Intrige aus dem Blick geriet. Es gibt hier in diesem Themenbereich kein konstruktives Denken. Wenn Herr Floss das von mir als Kielkratzer bezeichnete Objekt als solches identifiziert hätte, wäre das für das Ammerland eine Sensation gewesen, denn er verfügt über die Autorität für eine solche Aussage, was stets auch immer mit bedacht werden muss. Stattdessen haben wir hier gemeinsam einen Verriss formuliert, was der Sache sehr abträglich ist, einer Sache zudem, die sich hier leider nur die allerwenigsten zu eigen gemacht haben.
Nachdem ich hier im Faden einige der meines Erachtens wichtigsten Lesefunde von den beiden von WildeMöhre entdeckten Fundplätzen in 9 Abschnitten vorgestellt und ins Verhältnis gesetzt hatte, erstellte ich am 17.07. dann zudem auch noch die Fundmeldung für den Fundplatz Edewecht Godensholter Tief, welche von mir an das Niedersächsische Landesamt für Denkmalschutz, Außenstelle Oldenburg, rausgeschickt wurde. Diese am 18. Mai seitens WildeMöhre von mir erbetene Fundmeldung hatte ich bis zuletzt abgelehnt, weil ich nicht der Entdecker bin und die für die Zeit vom 25. bis 27. Mai geplante gemeinsame Begehung der Fundplätze nicht stattgefunden hatte. Eine für Ende August geplante Oberflächenprospektion scheint seitens WildeMöhre zudem offenbar keine Relevanz mehr zu haben. Wider besseren Wissens habe ich diese Fundmeldung hier dann dennoch an den NLD geschickt, denn dies sieht der Gesetzgeber für Artefakte zwingend vor.
Screenshot einer privaten Mail gelöscht
Am heutigen Tage erhielt ich daraufhin dann seitens des NLD die Antwort, dass es sich bei den von mir eingesandten Silices “durchweg um Geofakte handelt” und man aufgrund dieses Ergebnisses für das von mir dazu eingesandte vermeintliche “Stück Pech/Birkenteer” keinen Anlass sieht, dieses einer aufwendigeren Untersuchung zu unterziehen. An diesem Schreiben habe ich heute zwar beanstandet, dass es mir auf einem Stück blanko Papier ohne Briefkopf des NLD zugestellt wurde, was für amtliche Mitteilungen ungewöhnlich ist, aber dieser Einwand meinerseits ist rein formaler Art und wird nun im Nachgang bereinigt werden.
Festzuhalten bleibt, dass meine hier im Faden geführte Argumentation hinsichtlich der Bewertung des Fundplatzes Godensholter Tief damit von Amts wegen am 23.07.25 verworfen und zumindest offiziell inhaltlich gescheitert ist. Wie sich dies auf die Bewertung der Fundstelle Karlshof Ollenbäke auswirken wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Gesichert dürfte jedoch sein, dass es in den nächsten Jahren keine finanziellen Mittelzuweisungen zur Finanzierung einer Untersuchung dieser beiden Fundplätze geben wird. Andererseits dürfen Amateure weiterhin ungehindert an diesen Stellen ihre Lesefunde machen, sofern die Eigentümer dieser Flächen ihnen dies gestatten.
Da es im Rahmen der nun erfolgten Beurteilung der ersten Funde jedoch zu einer Einstufung derselben als “Geofakte” gekommen ist, würde es selbst bei der Auffindung von sehr eindeutig als Artefakten zu bezeichnenden Fundstücken nunmehr vermutlich noch etwa 20 Jahre brauchen, bis die Anerkennung und Eintragung dieser neu entdeckten Fundplätze in das offizielle Fundregister erfolgt. Das dies sehr wohl möglich ist, zeigen die benachbarten, inzwischen anerkannten Fundplätze in Querenstede, sowie Edewecht 82-Ost und 82-West. Andererseits zeigt der Umgang mit den bereits 1919 in Ganderkesee Trendelbusch aufgefundenen Sicheln, dass sich selbst die Publikation von höchst wertvollen Artefakten überaus schwierig gestalten kann.
Wie dem auch sei, es gibt in diesem Faden einen Verlierer, das bin ich, und einige Gewinner, und das seid zweifellos ihr, obwohl ihr meines Erachtens dabei nicht immer eine gute Figur gemacht habt. Ich selbst bin zudem der Meinung, dass das Potential dieser beiden Fundplätze nicht realisiert wurde und es dort manch wertvolles zu heben gibt. Es wird daher also wohl nur eine jeweils individuelle Entscheidung im Umgang mit dieser Thematik geben, während der von Bucentaur vorgeschlagene, für alle Seiten befriedigende Weg für mich nur wenig erreichbar erscheint, denn dazu sind die Ansichten in der Sache zu verschieden. Was man mir trotz des von mir gewählten Formates vielleicht zugute halten sollte ist, dass es mir hier nicht um persönliche Selbstdarstellung ging, sondern um die Klärung eines Sachverhaltes. Im Ergebnis kann ich seit heute nun sieben Objekte mein Eigen nennen, die ich selbst für Artefakte halte.
Gruß in die Runde
But 