Graphitglänzende Wandscherben

Hallo noch mal,

ich finde öfter mal solche graphitglänzende Scherben, gestern auch wieder. Kann mir jemand sagen, warum die so glänzen? Sieht direkt billig aus, aber einen Grund wird es schon haben.

Vielen Dank für eure Rückmeldungen
Inez

Hallo Inez,

die Scherben werden wohl Latenezeitlich sein, die Graphitmagerung des Tones wäre typisch für keltische Keramik.

Grüße
Bucentaur

Meinst du wirklich? Weich gebrannt sind sie nicht. Sehen wirklich aus, als hätte sie jemand mit Bleistift angemalt.

die qualitätvolle graphitgemagerte Keramik der Latenezeit ist nicht weich gebrannt.

wieder was gelernt, danke! Ich komme einfach nciht dazu, den Schreg endlich zu lesen, dabei nehme ich es mir ständig vor. Und tausend andere Sachen dazu..
Dann such ich wohl doch nochmal in meinen Fundtütchen nach den anderen Glitzis.

LG
Inez

Super deine Funde! Da lerne ich auch jede Menge neues. :grin:

Gruß Shard

Hallo Inez,
aber Vorsicht, 100% gesichert ist die Latenezeitliche Ansprache noch nicht, es fehlt noch ein zweifelsfreies Stück, z.B. ein Randstück oder evtl. eine Scherbe mit Kammstrich denn es gab auch im Spätmittelalter die sogenannte Eisentonkeramik welche man sehr leicht mit Latenekeramik verwechseln kann. (siehe im Link) Das Fundvorkommen dieser Keramikvariante liegt auch zufälligerweise im Bayerischen Wald/Passau usw.

Eisentonkeramik – balismink

Grüße
Bucentaur

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Vielen Dank, ich weiß - alles unter Vorbehalt!

Liebe Grüße
Inez

Bucentaur, ich hab mich grad ein bisschen durchgeklickt und auch kurz gegoogelt, aber die Scherbe, die meinen am ähnlichsten sieht, ist die: Stadtmuseum Ingolstadt - Graphittonkeramik
Damit sind meine Scherben natürlich auch noch nicht belegt keltisch, aber ich kannte ja weder das eine noch das andere, also wieder ein Stückchen Wissen mehr. Die Scherben kommen im Herbst mit nach Regensburg ins Amt.

Liebe Grüße
Inez

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ich hab sie nochmal alle aufgenommen, man sieht sehr schön, wie sie glänzen. Nur so als Zusatzbilder.


@Bucentaur und evtl. auch @Munigis, wenn du Lust hättest - könntet ihr mir vielleicht noch ein paar Unterscheidungsmerkmale geben? Oder gute Literatur? Oder ist das auch hier wieder nicht voneinander zu unterscheiden, wenn keine Verzierung oder ein Rand im Spiel ist?
Ich habe nochmal etwas gegoogelt, aber die verfügbaren Bilder sind nicht ergiebig.

Vielen Dank so oder so
Inez

sorry, ich nochmal: Ich habe nochmal etwas gesucht, wie ich die beiden Typen unterscheiden kann, soweit das halt geht. Ich habe von einer der 9 Scherben (hatte nciht alle fotografiert) ein kleines Stück abgebrochen, innen genauso glitzrig, aber nicht bunt glitzernd, sondern silbrig, wie außen auch. Jede Scherbe färbt meine Finger, wie in der Schule nach den ersten Schreibübungen. das sollen schon mal Hinweise auf latènezeitliche Graphittonkeramik sein. Vielleicht könnte ihr mir dazu was sagen. Hier noch die Bruchstelle.

Bin einfach nur aufgeregt, dass da unter Umständen doch eisenzeitliche Spuren sind.

Liebe Grüße
Inez

Servus Inez,
zum direkten Vergleich der graphitierten Keramik hier einige Lesefunde aus Manching, aufgelesen in den 70-iger/80-iger Jahren.
Das war natürlich die Edelkeramik der Kelten, diese gab es natürlich auch in deutlich einfacherer Ausführung.
In Zeiten der Kreiselegge sind übrigens Keramikscherben in dieser Größenordnung heute als Lesefunde auf den Äckern fasst nicht mehr zu machen.
Grüße Bucentaur








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Hallo Inez,
das Material aus dem Scherbenquerschnitt anhand eines Fotos sicher als Keltisch zu datieren ist ein schwieriges und unsicheres Unterfangen. Die von Dir gezeigte Scherbe stammt noch dazu wahrscheinlich irgendwo aus dem Wandungsbereich eines Gefäßes. Für eine zielgerichtete Ansprache wären natürlich auffällige Randscherben am besten geeignet. Dahingehend würde ich mich auf die Aussagen aus Regensburg, möglicherweise von Dr. Sabine Mayer verlassen. Erleichternd wären natürlich Paradebeispiele wie in den Fotos der Keramik aus Manching dargestellt, da würde eine Einordnung nicht schwer fallen.

Grüße Bucentaur

Hallo Bucentaur,

vielen Dank für die Fotos! Das ist mir natürlich alles klar. Ich habe die letzten Fundfotos schon an Frau Dr. Mayer geschickt, die mich ja betreut. Sie meldet sich sicher, wenn sie mal zeit hat.

Liebe Grüße
Inez

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Hallo Inez,
dort könntest Du evtl. mal reinschauen:
(PDF) Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum
oder
(PDF) Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen
oder
(PDF) N. Döhlert-Albani, Eisenzeitliche Graphittonscherben aus Sachsen. Südliche Kulturkontakte im Spiegel silbrig glänzender Keramik. Archaeo 17, 2000 (2021), 48–53. (Vollversion)
Grüße Bucentaur

Vielen lieben Dank!

Liebe Grüße
Inez

Hallo zusammen,

ich wollte euch nur noch kurz zeigen, was ich in den letzten 3 Tagen an weichen und diesen graphitfarbenen Scherben gefunden habe, alles konzentriert in einer Ecke des Feldes. Bei den weichen und auch den Graphit-Stücken ist seit gestern auch jeweils mind. ein Randstück dabei.


Dazu noch um die 15 Ofenteile und Schlackenstücke, eines dürfte fast reines Eisen sein, auch in unmittelbarer Nähe, und auf selber Höhe, aber ca. 20-30 m weiter links von dem Rennofen, den ich auch dort gefunden habe.
Auf dem Screenshot meiner GPS-App kann man die Konzentration ganz gut sehen.

Die Scherben sind so gut wie alle in der Ecke, das wäre auf dem Screenshot oben bzw. entlang der rosa Linie links. Etwas weiter rechts dann verteilt die Ofen- und Schlackenstücke.

Liebe Grüße
Inez

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Hallo Inez,
sind denn sämtliche von der Fundstelle aufgelesenen Scherben mit Graphit durchsetzt?
Eigentlich sollte oder müssten auch normal braune/rötl. Scherben im Fundspektrum enthalten sein.
Beste Grüße
Bucentaur

Hallo Bucentaur,

es gibt ein, zwei Wackelkandidaten, aber ansonsten alle durchsetzt. und ja, es sind auch hellere bzw. rötlichere Scherben dabei, ich hatte mich da erst gefragt, ob das möglich ist, aber ist es wohl. Es sind damit also schon eine ganze Handvoll Scherben.

Die Unterscheidungskriterien zum Eisenton, die ich im Netz gefunden habe (Graphitton färbt wie Bleistift an den Fingern, schimmert nicht bunt, sondern nur flächig-silbrig und eben auch Glitzer im Bruch) treffen alle zu. Ich weiß nciht, ob das auch korrekte Kriterien sind.

Liebe Grüße
Inez