Hallo zusammen,
ich brauche bitte eure Hilfe, denn mein Mystery-Feld (s. Wie würdet ihr das Luftbild interpretieren? - Archäologie am Computer - Archäologie Online Forum), die befestigte Anlage mit vor-/frühgeschichtlicher oder mittelalterlicher Zeitstellung, gibt mir Rätsel auf. Vielleicht euch ja nicht.
Nachdem der Bauer letztes Wochenende nochmal gepflügt und neue Zwischenfrucht eingesät hatte und es neulich etwas geregnet hat, bin ich vorgestern und gestern nochmal losmarschiert und habe bis jetzt das halbe Feld abgelaufen. Was ich gefunden habe, sind massenweise Schlacke und versinterte und gläsern (Grün, Blautöne, Rottöne, Schwarz) überzogene Ofenlehmreste. Und ich meine Massen. Gestern hab ich dann schon alles liegen lassen, weil meine Tasche eh schon so schwer war und echt ein Stück nach dem anderen aufzulesen gewesen wäre. Circa die Hälfte davon ist magnetisch, aber nur die kleineren Stücke, die eher blau oder schwarz überzogen sind, die grünen (das sind teils recht große Stücke) gar nciht, auch reine Schlacke ist dabei, schön geflossen, aber auch nicht magnetisch, zumindest nicht die von vorgestern, die von gestern hab ich noch nicht mal gereinigt, geschweige denn getestet.
Es lässt sich ein Schwerpunkt ausmachen, der liegt in einer Mulde in leichter Hanglage Richtung Westen, sehr nahe des mutmaßlichen Grabens, und innerhalb der Anlage. der Rest ist sicher mit dem Pflug verzogen worden. Oben auf der Hügelkuppe und in Nähe der geradlinigen Begrenzung liegen recht viele Silexknollen, aber alles nicht bearbeitet, auch keinerlei Abschläge. Keramik so gut wie keine, und das bisschen scheint Hochmittelalter zu sein. Von einem einzigen Gefäß, wie mir scheint
. Ich hab zwar nicht mehr viel Lust dazu, aber heute lauf ich noch die andere Hälfte ab, ist wenigstens Training, aber ich habe kaum Hoffnung, dass sich noch mehr zeigt. An einer Stelle eher Richtung der neuen Hälfte (den unteren Teil am Wald entlang habe ich schon neulich abgelaufen), liegen recht viele Steine, die Brand abgekriegt haben, wie’s aussieht, Granit, der da oben gar nicht vorkommt (der Weg, den der Landwirt in einem benachbarten Feld dort vermutet, ist auch voller Granitsteine und -platten, was ihn eben auch erstaunt hat, weil besagtes Gestein dort eben nicht vorkommt). Dort finde ich aber keine Schlacke etc.
Zum Ort selbst: Einöde, könnte man sagen. Kein Kloster in der Nähe, kein Herrschaftssitz, nicht mal ein Dorf. Glasofen halte ich für unwahrscheinlich, eben so einen für Steinzeug etc., höchstens Eisenverhüttung. Kann so viel Material von einem einzigen Ofen übrig bleiben? und warum dort? Für den Eigenbedarf ? Dort steht wohl “schon immer” ein Gehöft, zumindest ist es im Urkataster eingezeichnet. Da der Ort so hoch oben auf dem Kalkfelsen gelegen ist, ist er sogar heute noch sehr ab vom Schuss.
Wie würdet ihr das Ganze einschätzen? Ich suche nach einem Szenario für dort und komme einfach auf keine vernünftige Lösung. Gut, kann man nach einmaliger Begehung vielleicht auch noch keine finden, trotzdem ist das schon komisch dort.
Vielen Dank für eure Ideen
Inez











