Wie würdet ihr das Luftbild interpretieren?

Hallo, mich würde interessieren, wie ihr dieses Luftbild interpretieren würdet. Bislang war noch niemand auf diesem Gelände bis auf mich heute kurz, um zu fragen, ob ich immer wieder mal auf das Feld darf. Man hat also nur das Luftbild. Ohne euch zu sagen, als was das Bodendenkmal eingetragen ist, hätte ich gern eure Meinungen dazu. Ich sag euch später, warum. Vielen Dank im Voraus!

Liebe Grüße

Inez

Hallo Inez,

das Bild fehlt noch :innocent:

Liebe Grüße

Oli

Oh🤦! Ich stell es oben gleich ein, sorry!

Hallo Inez,

ein sehr hübsches Rätsel!

Ich bilde mir ein, rechts auf dem Feld einen quadratischen Graben mit einer dunklen rechteckigen Verfärbung zu sehen - römischer Wachtturm? Ist der Limes in der Nähe?

Und dann sehe ich links davon ein oder sogar zwei Trapeze. Da weiß ich nicht wirklich, wie ich sie einordnen soll. Wenn wir bei den Römern bleiben, passt bei dem kleineren vielleicht ein Grabgarten, obwohl es dafür wohl immer noch zu groß ist. Aber so etwas würde ich ohnehin eher bei einer Villa rustica oder bei einer größeren Siedlung vermuten, nicht bei einem Wachtturm.

Liebe Grüße

Anime

Hallo Anime,

ah, spannend! Siehst du, die Trapeze sehe ich erst jetzt, war die ganze Zeit auf die Begrenzung rundherum fixiert.

Kein Limes, bzw. ist die Donau zwar in der Nähe, aber die Stelle ca. 1 bis 2 km entfernt. Da würde ein Wachturm wohl nicht viel Sinn machen. Erhöht liegt die Stelle aber definitiv. Villa Rustica wäre eine Sensation, denn wir haben hier nur die Lager am Limes und eigentlich keine Zivilrömer😁.

Ich hätte sehr gern noch ein paar Vermutungen, wenn ihr mögt, weil mir das bei der Interpretation helfen könnte. Faierweise sollte ich sagen, dass das Ganze als Bodendenkmal eingetragen ist, aber lediglich aufgrund von Luftbildern. Ich bin die Erste, die sich dort umsieht und hoffentlich helfen kann, offene Fragen zu klären. Was genau das ist, kann man nicht definitiv sagen, deshalb hätte ich gern eure fachkundige Meinung dazu. Und ich hab danach sicher noch Fragen an euch.

Liebe Grüße

Inez

Hallo Inez,

sehr lustig, die Begrenzung habe ich bisher nicht gesehen! Aber wenn wir dasselbe meinen, würde ich die Linien teilweise als Pflugspuren interpretieren.

Mir ist noch eingefallen, dass es auf Google Earth Pro (geht nur am Desktop) die Möglichkeit gibt, verschiedene (auch ältere) Luftbilder von einem Gebiet anzuschauen. Vielleicht kannst Du damit noch mehr erkennen, da sich die Merkmale je nach Jahreszeit oder Bepflanzung ändern.

Zu den Strukturen auf Deinem Bild fällt mir nur noch ein, dass es sich wohl um Gräben handelt, da sie so schön grün sind.

Wahrscheinlich muss man auf Funde hoffen, um die Strukturen näher bestimmen zu können. Ich hoffe, Du darfst auf das Feld und findest interessante Dinge! Ich bin echt neugierig!

Liebe Grüße

Anime

Liebe Anime,

mit Begrenzung habe ich schon auch den Graben rundherum gemeint, es kann nur ein Graben sein. Die Stelle wurde als verebnete Abschnittsbefestigung vor und frühgeschichtlicher oder mittelalterlicher Zeitstellung eingestuft. Mich würde interessieren, ob eine rein mittelalterliche Anlage auch so aussehen würde, eben mit den Gräben rundherum? Klar kenne ich die Burggräben aus dem Mittelalter, allerdings liegt die Stelle oben auf einem Kalkfelsen, der an der bewaldeten Seite in einer tiefen Schlucht abfällt. Dort wurde auch Kalk abgebaut, ich weiß allerdings nicht, ob erst in der Neuzeit oder schon früher. Direkt hinter dem Feld liegt der zugehörige Bauernhof, liegt alles sehr abgelegen und ab vom Schuss. nach oben führt nur eine steile und einigermaßen abenteuerliche Kiesstraße.

Ich darf jederzeit aufs Feld, die junge Bauersfamilie ist sehr interessiert, glücklicherweise. Der Landwirt meinte auch, er fahre immer über eine Linie, auf der es schubbert, er hat daraus auch schon Ziegel und größere Steine geholt und fragt sich, ob da vielleicht ein Weg verlaufen ist, denn so etwas findet er sonst nicht dort oben. Ich muss mal Karten wälzen, und auch ältere Luftbilder - danke für den Tipp! - vielleicht kann ich ja was erkennen. Das Landesamt hat gefragt, ob ich mir das mal anschauen möchte, weil eben noch niemand bis jetzt dort war und sie gar nicht über den Ort wissen und es keine Funde gibt, nur die Luftbilder.

Ich habe neulich nur ca. 2 m entlang des linken Rands abgelaufen, momentan wächst dort eine verkümmerte Zwischenfrucht, die erst wegen der Hitze und dann wegen des sintflutartigen Regens bei uns nciht recht gedeiht, ich kann also drüberlaufen. Evtl. wollten sie demnächst nochmal pflügen und neu ansähen, ich hoffe, ich schaffe das Feld vorher noch, ist grad kein Spaß bei der Hitze, und ist alles grau.

Ich habe ein paar wenige Silex gefunden, von denen ich nicht beurteilen kann, ob sie natürlich dort vorkommen oder eingebracht worden sind. Nur eine MA-Randscherbe mit einer seltsamen Glasur, muss ich euch mal zeigen, schimmert in Regenbogenfarben wie ein Ölfilm in der Sonne und ist sonst recht matt und dünn, keine Ahnung. Ja, und wie üblich einige magnetische Ofenstücke, die ich offensichtlich überall finde. Wieder mit geschmolzenem Überzug an einigen Stellen, wie die von der Silexabbaustelle hier bei uns. Daraufhin wurde dann ja auch ein Verhüttungsplatz in die Denkmalliste eingetragen. Vielleicht hatten wir hier eine spezielle Ofenbauer-Kultur. Evtl. konnte keiner Waffen, also haben sie stattdessen Öfen gebaut? :joy:

Ja, und was die Trapeze dann darstellen sollen, kann ich mir gar nciht vorstellen. Hast du vielleicht eine Idee?

Mir ging es vor allem eben darum, zu verstehen, wie ich mir so eine Anlage vorstellen muss, falls sie im MA entstanden ist. Ich möchte mich ja reindenken können.

Liebe Grüße

Inez

Hallo Inez,

das klingt alles sehr spannend!

Mit Mittelalter kann ich leider nicht weiterhelfen, da kenne ich mich überhaupt nicht aus. Und bei den Trapezen bin ich nach wie vor ratlos, trotz eifrigem googeln.

Wenn ich die quadratische Struktur tatsächlich richtig sehe, würde ich auf eine Turmhügelburg oder auf einen römischen Burgus tippen. Ich habe nachgeschaut, Kastelle können auch im Limeshinterland liegen. Künzing liegt auch nicht direkt an der Donau. Hast Du den Bauern gefragt, wie die Ziegel aussehen, die er gefunden hat? Das wäre interessant.

Viel Spaß noch mit Deiner Fundstelle! Ich bin schon auf weitere Neuigkeiten gespannt!

Liebe Grüße

Anime

Liebe Anime,

ja, bin auch gespannt, ob und was sich dort noch findet. Römer kann ich mir trotzdem nicht vorstellen. Einen Ziegel hab ich gesehen, sieht aber nicht römisch aus, zu groß, zu rot. Frühestens MA, aber nicht mal das glaub ich.

Stimmt schon, Künzing liegt nicht direkt an der Donau, und die Stelle liegt ungefähr mittig zwischen Künzing und Passau. Aber dann hätte man doch schon mal was finden müssen im Umkreis, und die Kastelle waren ja bekannt.

Ich wäre mit Neolithikum oder Bronze-/Eisenzeit auch mehr als glücklich :blush:.

Liebe Grüße

Inez

Bei trapezförmigen Strukturen möchte ich einwerfen, dass es auch trapezförmige Keltenschanzen gab: Viereckschanze – Wikipedia Manchmal auch Doppelschanzen. Abmessungen der Trapeze scheinen wenn ich die Skala auf dem Bild interpretiere ca. 50m zu sein, wäre m.E. also etwas klein. Wäre das trotzdem ein Ansatz?

Hallo hns,

danke für deinen Input! Ds wären dann wirklich sehr kleine Strukturen, ich glaube also eher nicht.

Der Landwirt müsste zum Wochenende nochmal gepflügt und neue Zwischenfrucht angesät haben, und morgen regnet es hoffentlich mal, da werde ich dann nochmal rauf, darf ja glücklicherweise jederzeit. Wenn mein Oberschenkel mitmacht, war gestern auf einem frisch geeggten Feld, dermaßen bucklig, weil die Erdklumpen wie Beton und groß sind mit der dämlichen Hitze die ganze Zeit schon. War total mies zu laufen, und heut tut meine Hüfte so richtig weh. Aua.

Liebe Grüße

Inez

Hallo Inez,

gab es bei dir die Baalberger Kultur – Wikipedia ?

bei mir im südlichen Sachsen Anhalt gibt es die für diese Kultur typischen Trapeze. Das sind Grabanlagen, die mit einem großen Grabhügel bedeckt waren und an exponierten Stellen errichtet wurden. An der Stelle dieses Trapezes:

ist auf dem alten sächsischen Messtischblatt noch ein Galgenberg verzeichnet:

Diese Trapeze sind in der Regel Nordwest-Südost ausgerichtet.

Viele Grüße

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Hallo Sven,

das ist interessant! Ich hoffe, ich kann mehr über “meine” Trapeze rausfinden, auch wenn diese Kultur wohl nicht hier anzutreffen sein wird. Vor Kurzem war Google Earth dort, ich hoffe, die Bilder sind demnächst verfügbar. Ich seh die Trapeze nicht auf jedem Luftbild.

Liebe Grüße

Inez

Hallo Emma, also wenn ich das Bild leicht drehe, sehe ich ein Gesicht, das nach unten schaut. Der Schädel ist groß und rund geformt, das Gesicht ist spitz und schmal, also würde ich sagen, dass es nicht menschlich aussieht. Das ist meine Interpretation.

Hi Mona,

ich stehe grad etwas auf dem Schlauch😁 - was meinst du bitte? Beziehst du dich auf mein Luftbild oder hat das etwas mit deinen Funden im Wald zu tun?

Liebe Grüße

Inez

Hallo Emma,

sorry für die verspätete Antwort, verständlich meine Deutung war auch schwer zu verstehen etwas am Thema vorbei wahrscheinlich.

LG

ich weiß eigentlich nicht, was du da gedeutet hast :slight_smile: