Liebe Anime,
mit Begrenzung habe ich schon auch den Graben rundherum gemeint, es kann nur ein Graben sein. Die Stelle wurde als verebnete Abschnittsbefestigung vor und frühgeschichtlicher oder mittelalterlicher Zeitstellung eingestuft. Mich würde interessieren, ob eine rein mittelalterliche Anlage auch so aussehen würde, eben mit den Gräben rundherum? Klar kenne ich die Burggräben aus dem Mittelalter, allerdings liegt die Stelle oben auf einem Kalkfelsen, der an der bewaldeten Seite in einer tiefen Schlucht abfällt. Dort wurde auch Kalk abgebaut, ich weiß allerdings nicht, ob erst in der Neuzeit oder schon früher. Direkt hinter dem Feld liegt der zugehörige Bauernhof, liegt alles sehr abgelegen und ab vom Schuss. nach oben führt nur eine steile und einigermaßen abenteuerliche Kiesstraße.
Ich darf jederzeit aufs Feld, die junge Bauersfamilie ist sehr interessiert, glücklicherweise. Der Landwirt meinte auch, er fahre immer über eine Linie, auf der es schubbert, er hat daraus auch schon Ziegel und größere Steine geholt und fragt sich, ob da vielleicht ein Weg verlaufen ist, denn so etwas findet er sonst nicht dort oben. Ich muss mal Karten wälzen, und auch ältere Luftbilder - danke für den Tipp! - vielleicht kann ich ja was erkennen. Das Landesamt hat gefragt, ob ich mir das mal anschauen möchte, weil eben noch niemand bis jetzt dort war und sie gar nicht über den Ort wissen und es keine Funde gibt, nur die Luftbilder.
Ich habe neulich nur ca. 2 m entlang des linken Rands abgelaufen, momentan wächst dort eine verkümmerte Zwischenfrucht, die erst wegen der Hitze und dann wegen des sintflutartigen Regens bei uns nciht recht gedeiht, ich kann also drüberlaufen. Evtl. wollten sie demnächst nochmal pflügen und neu ansähen, ich hoffe, ich schaffe das Feld vorher noch, ist grad kein Spaß bei der Hitze, und ist alles grau.
Ich habe ein paar wenige Silex gefunden, von denen ich nicht beurteilen kann, ob sie natürlich dort vorkommen oder eingebracht worden sind. Nur eine MA-Randscherbe mit einer seltsamen Glasur, muss ich euch mal zeigen, schimmert in Regenbogenfarben wie ein Ölfilm in der Sonne und ist sonst recht matt und dünn, keine Ahnung. Ja, und wie üblich einige magnetische Ofenstücke, die ich offensichtlich überall finde. Wieder mit geschmolzenem Überzug an einigen Stellen, wie die von der Silexabbaustelle hier bei uns. Daraufhin wurde dann ja auch ein Verhüttungsplatz in die Denkmalliste eingetragen. Vielleicht hatten wir hier eine spezielle Ofenbauer-Kultur. Evtl. konnte keiner Waffen, also haben sie stattdessen Öfen gebaut? 
Ja, und was die Trapeze dann darstellen sollen, kann ich mir gar nciht vorstellen. Hast du vielleicht eine Idee?
Mir ging es vor allem eben darum, zu verstehen, wie ich mir so eine Anlage vorstellen muss, falls sie im MA entstanden ist. Ich möchte mich ja reindenken können.
Liebe Grüße
Inez