Interessantes Randstück

Servus,

ich habe neulich auf dem Acker wieder ein interessantes Randstück gefunden, was ich so nirgends gesehen habe und auch nicht in der Literatur gesehen habe. Vielleicht wisst ihr mehr dazu.

Das Stück ist reduzierend hart gebrannt und weist Reste von grüner Glasur auf. Die Magerung grob (Partikel bis 1mm) aber nicht sehr dicht. Glimmeranteil ist wenig.

Interessant ist die Form das Randes, aber das seht ihr ja selbst.

Dann hoffe ich, dass jemand von euch das kennt.

Gruß Shard

PS: Ich versuche bei Gelegenheit eine Zeichnung zu machen.

Hallo Shard,

ich würde das als unterrandständige Fingertupfenverzierung bezeichnen. Ich kenne mich zwar mit mittelalterlicher und neuzeitlicher Keramik kaum aus, schätze aber, das das kein Kriterium zur Datierung ist. Das zieht sich durch die Zeiten und fängt meiner Meinung nach schon in den frühen Metallzeiten an.
Aber ein schönes Stückchen!

Viele Grüße

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Servus,

danke für den Begriff und die Informationen. Mal sehen ob ich damit weiter recherchieren kann.
Das vorliegende Stück dürfte spätes Mittelalter bis frühe Neuzeit sein.

Mal sehen ob die Keramiker noch mehr dazu wissen.

Gruß Shard

Servus,

wie versprochen noch die Zeichnung:

Gruß Shard

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Moin Shard,

immer wieder eine Freude, Deine beeindruckenden Zeichnungen zu sehen. :star:

Hast Du Hilfsmittel zur Rekonstruktion des Durchmessers?

Gruß

Jürgen

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Hallo Jürgen,

vielen Dank für das Lob. :smiling_face:

Ich fertige die Zeichnungen nach der Vorlage von Oli an. Bei der Anleitung war auch eine Schablone zur Durchmesserbestimmung dabei. Problem ist, dass die Burschen und Mädels damals oft nicht so genau gearbeitet haben und ich nur näherungsweise den Durchmesser bestimmen kann. Aber um ein Gefühl für die Keramik zu bekommen reicht es aus. Ist ja egal ob es dreißig Zentimeter oder fünfundzwanzig Zentimeter sind, beides sind große Öffnungen und bei beiden komme ich auf die gleichen Rückschlüsse zur Keramik.

Gruß Shard

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Moin,

ich habe neulich noch ein interessantes Randstück gefunden und da es thematisch gut passt poste ich es hier.
Fingertupfenrand Next Level:

Das ist die verrückteste Scherbe die ich bisher gefunden habe.:sweat_smile:
Wir haben wieder eine Fingertupfenverzierung, aber diesmal ist der obere Rand zackenförmig (oder wellenförmig) ausgeformt.
Die Scherben ist reduzierend hart gebrannt und auf der Innenseite und dem Rand grün/braun glasiert. Ob die Außenseite auch glasiert war ist nicht mehr eindeutig zu erkennen. Ich vermute nicht.
Die Magerung ist sehr fein und der Glimmeranteil ist relativ gering.

Ich vermute Mal das Stück stammt aus der frühen Neuzeit, aber vielleicht kann ein Keramiker (@Schotte @Munigis @Burgenjunkie ) mehr dazu sagen? Und wie bezeichnet man solch einen Rand? Kronenrand? Wellenrand?

Gruß Shard

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Hey Shard,
nach längerer Zeit bin ich wieder zurück im Forum.
Meine römische Siedlung hat mich völlig in Beschlag
genommen. Deine Randscherbe mit den Fingertupfen
ist ein spannendes Stück. Es handelt sich dabei um
die frühe Neuzeit , der Glasur nach zu urteilen.
Es dürfte sich wohl um eine regionale Ware zu handeln.
Hier im Württembergischen tritt diese Art/ Ware nicht
auf. Die Glasur schon.
Grüße Burgenjunkie

Hall Burgenjunkie,

Welcome Back! :smiley:

Danke für deine Einschätzung! Du beziehst dich jetzt auf das zweite Stück mit den Zacken?

Gruß Shard

Hey Shard,
auf beide Randscherben.
Grüße Burgenjunkie

Alles klar, dann bin ich Mal gespannt was der Experte hier dazu sagen wird (wenn ich Mal dazu komme :sweat_smile:).

Gruß Shard

PS: Vielleicht kannst ja mal etwas über dein Römerprojekt schreiben. Würde mich interessieren und ich denke mindestens ein Forummitglied auch. :wink:

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Hallo Shard,

diese Form der Fingertupfen und Glasur kenn ich hier im Südwesten eher vom Fuß der Gefäße als vom Rand, wenn auch trotzdem seltener.
Wenn ich mich nicht täusche müsste im U.Gross “Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schäbischer Alb” etwas drin sein (Ich hab den hier leider nicht zur Hand und kann nicht selbst schauen :sweat_smile:)

Viele Grüße
Oli

PS: wie immer tolle Dokumentation :+1:

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Hey Shard,
von meiner römischen Siedlung am Häsenbühl gibt es vieles neues
zu berichten .Unter anderem zwei neue Gebäude,je eines aus Holz und
eines aus Stein. 1 Bronzegiesserei, weiteres Strassenstück von Rottweil
nach Rottenburg wobei 4 Lagen von Steinschichten angepflügt wurden.
Das neuentdeckte römische Gräberfeld mit nun 40 Gräber dass zum Kastell
und Lagerdorf gehörte. Des Weiteren 2 Siedlungsgruben aus dem 1. n.Chr. ,
mit vielen Terra Sigillaten. Aus der Principia / Hauptgebäude des Kastells
stammt 1 Aureus/ Goldmünze des Vespasian von 77/78 n.Chr., geprägt
in Lyon. 1 Terrakottafigur, und glasierte Ware aus Mittelgallien des 1. Jahrhunderts
n.Chr. Als aktueller Fund habe ich aus dem Kastell eine weitere Steinkugel aus dem
Graben zu vermelden.Das Landesamt für Denkmalschutz und die Uni Freiburg
Haben diese Siedlung nun als Landesprojekt aufgenommen und beginnen
dieses Jahr mit Grabungen nach meiner Dokumentation.
Übrigens Oli hat viele Bilder von mir erhalten.
Grüße Burgenjunkie

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Wow, klingt super spannend!
@Munigis Vielleicht kannst ja mal ein paar Bilder in einem neuen Thread hochladen?

Gruß Shard

Ich habe gerade nachgeschaut, habe nur Fingertupfen am Boden, an Handhaben und an einem Wandstück gefunden. Das bedeutet jetzt natürlich nicht, dass da doch etwas existiert, nur dass ich es nicht gefunden habe. Wenn du bei Gelegenheit nochmal nachschauen könntest wäre das toll.

Gruß Shard

Hallo Shard,

da habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt :innocent:
Aus dem Werk kenn ich eben auch nur die Verzierung am Boden, Henkeln und Wandungen. Wollte damit sagen dass es sich auch um eine Bodenscherbe handeln könnte (Wie ein Standring). Für eine genauere Angabe ist, zumindest auf dem Bild, leider zu wenig Material vorhanden. Aus dem Norden kenn ich das als Randverzierung 16./17. Jhd. (bin aber hier im Süden zu Hause :wink:)
Auf jeden Fall aber ein interessantes Stück
Viele Grüße
Oli

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Hallo Oli,

und ich hab dich falsch verstanden. :sweat_smile:

Ich werde das Stück auf jeden Fall mitnehmen, wenn ich wieder zu dem Experten gehe.

Gruß Shard

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Servus,

und noch ein spannendes Randstück vom Acker:


Wieder Grauware, weshalb ich es auf frühe Neuzeit schätze. Das Stück ist innen und am Rand glasiert. Ob es auf der Außenseite glasiert war, ist nicht erkennbar. Es ist hart gebrannt und fein gemagert. Glimmeranteil ist sehr gering.
Auffallend ist, dass die Scherben keine Rundung aufweist. Das Gefäß muss also eine gerade Wand gehabt haben.

Von was für einem Gefäß könnte das sein?

Gruß Shard

Servus,

noch ein interessantes Stück:


Bei diesem Stück ist weniger die Frage wann, als welche Keramik und wo an der Keramik.
Am wahrscheinlichsten halte ich dass dies ein Stück des Ausgusses einer Kanne ist. Möglich wäre auch der Übergang zum Bügel einer Bügelkanne.

Was meint ihr dazu?
(Spekulationen willkommen)

Gruß Shard

Hey Shard,
Dein Scherben mit der Delle am Rand dürfte ein Ausguss sein.
Ob von einer Kanne ? Glaube ich eher nicht.
Gruß
Burgenjunkie

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