Latènezeitliche Keramik

Hallo,

wie ich in diesem Beitrag: Scherbenfund - evtl. Mittelalter oder doch viel jünger? erwähnte, hatte ich vor kurzem eine latènezeitliche Drehscheibenkeramikscherbe in der Hand. Nun hatte ich Gelegenheit, diese zu fotografieren:

Das macht mich nun nicht zum Experten für derartige Keramiken, ich finde aber schon, dass da eine gewisse Übereinstimmung besteht.
Der Scherben ist nicht so grob gemagert, wie es bei anderen vorgeschichtlichen Keramiken der Fall ist, am ehesten mit bandkeramischer Feinkeramik zu vergleichen. Es fühlt sich aber ganz anders an. Das “seifige” der bandkeramischen Keramik gibt es hier nicht, auch scheint sie mir etwas härter gebrannt zu sein, aber nicht so hart, wie mittelalterliche Grauware, mit der es optisch zu vergleichen wäre.

Die Scherbe stammt aus dem Elbe-Saale-Gebiet.

Viele Grüße

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Servus Sven,

schön Mal so ein Stück inklusive Beschreibung zu sehen. Vielen Dank für’s zeigen.

Gruß Shard

Hier mal eine ältere Seite (nicht wissenschaftlich aber schön zum vergleichen) mit diversen Keramikgefäßen aus verschiedenen Epochen. Römer, Kelten, Germanen …

https://www.antike-tischkultur.de

Viele Grüße
Oli

super gut alles zu erkennen, vielen Dank! (wie fotografiere ich auch so? Doch nicht mit dem - meinem - Handy?) Was ich ähnlich zu einigen meiner Scherben finde, sind die feinen Linien innen, ist das vom Abziehen oder woher kommen die? Solche habe ich noch ein paar, soweit ich mich erinnere. Ich versuche, meine Scherben nochmal ordentlich zu reinigen und geordnet zu fotografieren, aber so bekomme ich das sicher nicht hin.

Die Website habe ich mir auch schon angeschaut, Oli, muss mich mal genauer vertiefen, wenn ich ein bissl mehr Zeit hab.

Hallo EmmaPeach,

die Linien sind sog. Drehriefen die von der Herstellung auf einer Töpferscheibe stammen. Hab den folgenden Link vor längerem schonmal gepostet.
Hier findest du einiges zum Thema.
[balismink]

Viel Spaß
Oli

Hallo EmmaPeach,
ich fotografiere mit einer digitalen Kompaktkamera bei Tageslicht auf schwarzem Samt aus der Hand. Danach bearbeite ich die Bilder in Helligkeit und Kontrast so, dass der Hintergrund vollkommen schwarz ist und das Objekt möglichst nah an die wirkliche Optik herankommt. Das Licht sollte von links oben kommen um die Oberflächenstruktur nachvollziehbar wiederzugeben. Das sollte auch mit einer guten Handykamera gelingen. Danach stelle ich die Ansichten in der Abrollung auf einem Extrabild mit der Skala zusammen. Davor passe ich die Größe der Bilder an. (Auch ich habe einige Jahre gebraucht, bis es so aussah. Und perfekt finde ich das auch noch nicht.)

Viele Grüße

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Hallo,

mir liegt nun eine mit Rollrädchen verzierte Scherbe, wohl aus der römischen Kaiserzeit, vor. Diese weist einen sehr ähnlichen Scherben auf. Mit dem Unterschied, dass es keine Drehscheibenware ist.
Dass die oben gezeigte Scherbe aus der vorrömischen Eisenzeit stammt, da kann ich mich nur auf die fachliche Ansprache verlassen. Auf jeden Fall sind die Scherben deutlich von mittelalterlicher Keramik zu unterscheiden.

Viele Grüße

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Hallo Sven,

danke fürs zeigen. Hast du noch ein Bild von der Rückseite?

Gruß Shard

Edit: und vom Bruch?

Aber natürlich!

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Danke, Oli, kurz nach meiner Frage bin ich selbst draufgekommen :grin:. Danke auch für den Link!

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Danke Sven! Auf der Innenseite sieht man meist besser ob auf der Drehscheibe gedreht wurde, da die Außenseite oft noch nachbehandelt wird und die Drehriefen nicht mehr zu sehen sind. Aber hier sieht man keine Drehriefen auf der Innenseite (wie du ja schon sagtest - keine Drehscheibenware).

Gruß Shard