Scherben aus dem Mittelalter

Servus,

ich habe noch etwas zum Einsatz dieser Montagezapfen gefunden. Die wurden wohl schon im späten Neolithikum genutzt. Hier zwei Auszüge aus dem Dokument.

Dies trifft auch für die Montage des Fußes an Fußschalen/-schüsseln zu.
Eine separate Herstellung und späterer Zusammenbau mittels eines halbrunden Zapfens, wie er in Vinča beobachtet wurde, kann in Okolište nicht
werden (vgl. Schier 1995, 160).
Zitat ‘Okolište 2 – Untersuchungen einer spätneolithischen Siedlungskammer in Zentralbosnien’ von Johannes Müller, Knut Rassmann und Zilka Kujundžić-Vejzagić; Seite 195

Henkel wurden in den meisten Fällen ohne zusätzliche Verankerung an die Gefäßwand angarniert. Dies führte vielfach dazu, dass die Henkel an dieser Montagestelle abfielen. Seltener waren die Henkel mit einem kurzen abgerundeten Zapfen in die Gefäßwand eingelassen (Abb. 95, g–i). Auf ähnliche Weise wurden oft Zierknubben auf dem Umbruch von Schüsseln befestigt (Abb. 95,j).
Zitat ‘Okolište 2 – Untersuchungen einer spätneolithischen Siedlungskammer in Zentralbosnien’ von Johannes Müller, Knut Rassmann und Zilka Kujundžić-Vejzagić; Seite 196

Gruß Shard

Servus,

und hier haben wir die nächsten:

Wir haben ein Randstück unglasiert (1590) und zwei glasiert (1591&1592). Zehn Wandscherben glasiert (1593-1602) und 27 unglasiert (1603-1629). Ein Bodenstück unglasiert (1630) und eins glasiert (1631).

1591 ist wieder ein Stück dieser braun/gelb glasierten Keramik von der ich hier schon viel gefunden habe.
1592 passt zu 1400 und ist jetzt die Bestätigung für einen Blumentopf jüngeren Datums.

Und jetzt kommen wir zum interessanten Teil:

Fragment 1630

Das Stück ist reduzierende hart gebrannt. Die Magerung ist grobkörnig. Glimmer nur sehr fein und wenig vorhanden. Das besondere ist der Abdruck auf dem Boden. Offensichtlich wurde das Stück auf einem Stück Textil abgestellt.
Das Alter dürfte bei HMA, vielleicht sogar FMA liegen.

Ich habe mich sehr über dieses unscheinbare Stück gefreut.

Gruß Shard

Hallo shard,

bist Du Dir sicher, dass es sich dabei um Keramik und nicht um z.B. Asbest handelt? Für eine FMA Scherbe wären mir die Abdrücke zu scharfkantig und präzise. Ich meine ähnliche Oberflächen bei Asbestzement gesehen zu haben.

viel Spaß

Uwe

Servus Uwe,

ganz sicher! Schau dir allein die Magerung an. In Asbest würdest du doch keine Magerung finden.
Dass es so scharfkantig aussieht könnte auch am Streiflicht liegen. Der Abdruck ist auch nicht durchgehend, sondern Mal stärker und Mal weniger stark ausgeprägt.

Gruß Shard