Steinfunde aus der Jungsteinzeit?

Sehr geehrte Mitglieder, in diesem Forum,
die folgenden Steine habe ich auf einem Waldgrundstück (südlich von Oldenburg) eingesammelt. Dort befindet sich auch ein 15 Meter tiefer See, aus dem im Mittelalter Lehm abgebaut wurde.

Auf den umliegenden Sand- und Lehmbergen, die um den See herum entstanden sind, wird durch starken Regen immer wieder mal Boden weggespült und wenn Bäume umfallen und entwurzeln, kommen diese - teilweise sehr großen - Steine plötzlich zum Vorschein. Ich sammle regelmäßig auf. Eigentlich nur, weil mir schon vor Jahren aufgefallen ist, dass sie sonst verschwinden. Anscheinend werden sie von anderen Leuten einfach mitgenommen (Grundstück ist nicht eingezäunt). Dementsprechend habe ich hier inzwischen eine große Steinecke.

In Fußnähe befinden sich zwei kleinere Steingräber und noch weitere im näheren Umkreis (Megalithenstraße nennt man das hier glaub ich).

Ich habe schon versucht, sie einem Fachmann (beruflich) zu zeigen, doch er war in einem ganz anderen Kontext hier bei mir und hat sich deswegen nur einen angesehen. Er sagte in etwa, dass ich mir nicht vorstellen könne, wie viele er davon vorgelegt bekäme und dass tatsächlich nur die wenigsten davon Artefakte aus der Steinzeit seien. Die anderen hat er sich nicht angesehen und ich habe dann auch nichts mehr zum Fundort erzählt, denn wie gesagt, war er in einer anderen Angelegenheit vor Ort. Dies soll also keine Abwertung seiner Tätigkeit sein, man merkt mir ja auch sofort an, dass ich mich mit Werkzeugen der Steinzeit nicht auskenne und jaaaaaaaaaa, es gibt da draußen verdammt viele Spinner :wink:
































































































































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Hallo Olga!

das sind imho alles sehr schöne Silexknollen/-stücke, aber ohne intentionelle
Bearbeitungspuren. Ich sehre lediglich einige Stellen wo Frostsprünge Teile des Silex “abgesprengt” haben.

Beste Grüße Luci

1 Like

Moin Olga,

leider sind das keine Artefakte.
Es bleibt eine einzige Ausnahme (P1050111), was so aussieht wie Abschlagsbahnen. Jedoch, wenn man das Stück insgesamt sieht, ist es aber eher nur ein natürliches Geröll.

Auch das letzte Stück sieht aus, als könnte es ein Kern sein, das ist aber aufgrund der Fotos nicht möglich sicher zu bestimmen.

Eine Anmerkung zu den “Darstellungen” der einzelnen Steine und den vielen Bildern. Du hast das Objekt in der Hand vor Augen, wir sehen viele Ansichten und können diese nicht zu einem 3D-Objekt bilden, weil uns die Zuordnung der Ansichten fehlt.
Hinzu kommt, dass einzelne Ansichten kunterbunt verdreht sind (oben-unten / links-rechts), was Erschwerend dazu kommt.

Um Artefakte richtig darzustellen, sind Vorkenntnisse in Terminologie und Typologie erforderlich, um Merkmale zu benennen und deren Lage am Objekt anzusprechen.
Ich weiß von den Schwierigkeiten.
Eine kleine Hilfestellung habe ich hier einmal gepostet, es ist nur ein kleiner unvollständiger Einblick.

Hier ein weiteres Beispiel: Darstellungen mit einigen Fachbegriffen.

Bredæggede Flintøkser - Breitschneidiges Flintbeil, Fundort Møn / DK
Wenn man nicht wie hier alles auf einen Blick hat, muss man zumindest die einzelnen Fotos in einer bestimmten Reihenfolge (Abwicklung/Drehung der Ansichten) untereinander abbilden, damit sich der Betrachter im Geiste ein 3D-Bild bilden kann.

Ich hoffe, ich habe Dich nicht entmutigt.

Gruß

Jürgen

Hallo,

Nein, ganz im Gegenteil! Ich bin dankbar für jede konstruktive Kritik!
Steine sind so toll - ich bleibe ständig stehen, um welche in die Hand zu nehmen und genauer anzusehen. Da ist es schon fast beschämend, solch wichtige Bearbeitungsmerkmale nicht erkennen zu können. Jetzt mache ich grad noch ein paar Fotos, wie in deinem Beispielbild. Danke dafür!
Deine gepostete Hinweisstellung dazu, ist genau das, wonach ich gesucht habe. Hab sie mir schon ausgedruckt und kann sie das nächste Mal mitnehmen zur alten Tonkuhle (denn dort gibt es weder Internet noch Strom).
Ich möchte hier gleich gern ein paar andere Fundstücke von diesem Grundstück hochladen, man muss dabei jedoch bedenken, dass zig Tonnen Sand und Lehm in den letzten Jahrhunderten dort bewegt wurden. Das Abbauloch ( also der jetzige Waldsee) ist bis zu 20 Meter tief. Die Fundtstücke lagen frei an der Oberfläche der um den See angehäuften Berge. Ich weiß leider nicht, wann diese Berge entstanden sind - zum Teil wachsen auf ihnen über 100 Jahre alte Bäume, was dafür spricht, dass diese Hügel eher aus der Anfangszeit des Lehmabbaus stammen (nachweislich ab dem 16. Jahrhundert), als man noch mit Schaufeln alles nicht brauchbare Erdmaterial am Rande der Kuhle abgeladen hat.
Bis gleich!

Sööööö, hier ein paar nicht versteinerte Gegenstände vom Fundort:





Und diese seltsame Scherbe, die von der Beschcihtung her wirkt, wie diese nuzeitlichen Abflussrohre, aber einen viel feiner gearbeiteten Rand hat und von der Rückseite (also von innen) wie aus Stein gemetzelt wirkt. Unter der gebrannten Beschichtung schimmert sie silbern. Ich hatte schon einigen Scherben der letzten Jahrhunderte dabei aber so etwas noch nicht. Ich bin sicher, dass es kein Abwasserrohrstück ist:





Hier noch einige bearbeitete “angespitzte” Hölzer:





Diese spitzen Gegenstände sehen maserig wie Holz aus, fühlen sich aber hart wie Stein an - es sein denn, sie sind nass, dann wirkt die Oberfläche tatsächlich etwas weicher als bei Gestein:





Dann noch dieses recht merkwürdige Stück Stein, dass von einem versteinerte Ast durchbohrt zu sein scheint?