Meine Schlagsteine sind aus Flint. Das sind alles “Klopfer”, mit denen man z. B. die Funktionsflächen von Mahlsteinen schärft oder sie für andere Picktätigkeiten eingesetzt hat.
Auf den Pfeilschaftglätter bin ich aber richtig neidisch. So einer würde wirklich gut in das Fundspektum passen, da hoffe ich schon lange drauf und habe die Hoffnung auch noch nicht aufgegeben.
Mangels Feuersteinknollen musste hier alternatives Material genutz werden, deshalb gibt es viele Varianten.
Zum Retuschieren. Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es auch Kantenretuschierung im Sinne von Glätten, durch Reiben. Sorry, ich denke in Bildern und mir gehen Fachbegriffe immer schnell verloren…
Material ist hier nicht standardisiert wie bei dir im Norden. Man nimmt was man kriegt. Mein Stück ist nur leicht bis mäßig verkieselter Sandstein und kein metamorph umgewandelter Sandstein wie der Quarzit. Beide erfüllen aber ihren Zweck.
Die Flächen und die Gruben sind die Gebrauchszonen !!!
meine Neugierde - weil ich immer alles genau wissen möchte - zu meinem “was”.
Welchem Verwendungszweck und für welches Gestein / Werkzeug / Artefakt würdest
Du Deinen Klopf-Kombi zuordnen?
damit bist du bei mir richtig. Ich bin nämlich Handwerker, ein recht geschickter glaub ich sogar. Mit Werkzeug kenn ich mich aus, von der Feile bis zur Ahle. Und bei diesem Gerät fallen mir sofort 100 Sachen ein. Ob Bearbeitung von Knochen, Geweih, Holz, Leder, weicheren Steinen, Zerkleinern von Nahrung, Mahlen, … Wäre natürlich unsinnig, da jetzt was ganz Konkretes zu nennen - wenn du was Genormtes willst, halt Picken. Klopfen kann man doch alles - man kann natürlich nicht Selbiges damit leisten wie mit einem Faustgroßen (wie ich auch einen habe).
Was glaubst du denn, zu welchem Zweck der Stein hergerichtet wurde? Hat sich einer nen Spaß erlaubt? Vielleicht dient er ja auch bloß einem rituellen Zweck
Gruß Marco
PS: Übrigens habe ich gleich im ersten Beitrag hierzu geschrieben, dass es ein eigenes Thema mit Besseren bildern geben wird, wenn ich das fotografisch besser hinbekomme.
Nachtrag: Das ist selbstverständlich kein Gerät für Power User, sondern, wie ich vermute, für Unterwegs gadacht und deshalb auf Vielseitigkeit ausgelegt. Ein Schweizer Taschenklopfer wenn man so will
Also bei uns ist Forschung noch erlaubt. Lesefunde sammeln dient nicht bloß dem Belegen neuer Plätze mit immer wieder den gleichen Sachen. Vieles lässt sich nicht hundertprozentig kategorisieren, es gibt viel Individualität.
Ich habe über 20 Jahre Erfahrung, zehntausende Suchstunden und noch mehr Steine in der Hand gehabt, glaubst du, Jürgen, da brauche ich einen Archäologen, der mir einen Reibstein erklärt? Tust Du das?
Schon vor langer Zeit habe ich damit aufgehört, sinnlos 08/15 Zeug zu verschleppen, dass macht nur Arbeit und es soll auch noch was für die nach mir Kommenden zu finden sein. Ich riskier lieber was und geh da hin, wo’s auch mal weh tut…
das “wir” stimmt nicht.
Ich nehme es auf meine Kappe, frag nach, wenn Du etwas nicht verstehst, ich tue es ja auch.
Ich verstehe auch nicht alles.
Bedeutet das für Dich ein “könnte” reicht um der Forschung gerecht zu werden?
Es geht doch nicht um den Reibstein allein.
Nach 30 Jahren Erfahrung und Kooperation mit der Archäologie (Arbeitsgemeinschaften, sonstige Events und persönliche Zusammenkünfte), nein, da brauche ich oft keinen Archäologen und es ist sogar so, dass Archäologen mich fragen.
Riskieren, weh tun? Was bedeutet das denn nun wieder?
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Nicht, wenn die Gebrauchsspuren derart schwach sind oder gar fehlen und
es sich um einen Einzelfund handelt.
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Nun, warten wir auf das eigene Thema mit besseren Bildern dazu.
da stimme ich Jürgen zu. Wissenschaft ist nicht nur eine Theorie aufzustellen, sondern der Prozess diese Theorie zu beweisen. Und das kann sehr lange dauern und sehr anstrengend sein. Möglicherweise ist es auch schlicht unmöglich den Beweis zu erbringen.
Aber so lange es nicht bewiesen ist, muss man davon ausgehen dass es natürlich entstanden ist. Und selbst wenn die Theorie bewiesen ist, können neue Beweise die Ergebnisse wieder ungültig machen.
Hat schon seinen Grund warum wir Archäologen haben, die sich nur mit der Menschheitsgeschichte beschäftigen. Dazu braucht es viel Zeit und Ressourcen.