tabula peutiringa: Brigantio

Ich habe das Thema verfolgt und finde, dass hier zu sehr auf der Basis von Mutmaßungen und Wikipedia diskutiert wird.

@schrammel

@schrammel

Ich habe das Thema verfolgt und finde, dass hier zu sehr auf der Basis von Mutmaßungen und Wikipedia diskutiert wird.

Du wirst in der Fachliteratur auch nur Schlußfolgerungen anhand der Beurkundung und der Erfahrung mit Verschleißkürzungen finden. Nichts anderes wurde aus Wikipedia entnommen. Ich habe oft den Eindruck, dass sich Leute hier selbst erhöhen wollen indem sie Wikipedia um jeden Preis erniedrigen. >:)

Ansonsten habe ich auch Arbeiten verlinkt die Leute vom Fach geschrieben haben. Die hier behandelten, möglichen Rückschlüsse zu den Suffixen sind immer (auch bei Fachleuten) zum Großteil Mutmaßungen deren Wahrscheinlichkeit aber hoch liegt weil man z.Bsp. fehlende Schreibweisen aus anderen Beurkundungen ergänzend übernehmen kann. Bei der Namensdeutung zeigt gerade die Fachliteratur wo die Grenzen der Wissenschaft liegen. K:-)

Was Wikipedia anbelangt, so kannst Du mir glauben, dass ich genügend Fachliteratur gelesen habe, um festzustellen ob ein Autor seine persönlichen Mutmaßungen äußert oder die anerkannte Lehrmeinung wiedergibt.

@magicus

@magicus

Du sagst, das -inchoua, -inchova stammt von inghofen ab. Rein vom Text her gleich plausibel. Aber von der geschichtlichen Abfolge her unmöglich.

Das Doppelsuffix “-ing-hofen” ist die “Hochdeutsche” Version vom alemannischen “-inc-hova” und deshalb kommt bei den Alemannen logischerweise “-inc-hova” chronologisch vor einem " -ing-hofen". In der Schweiz ist es offensichtlich aber nicht mehr zur hochdeutschen Schreibweise gekommen weil man hier das “Schwiizerdütsch” kreierte !? :stuck_out_tongue_winking_eye:

Ich habe Dir Beispiele aus Norddeutschland aufgezeigt die bekunden, dass dort entweder der Ortsname heute in der Verschleißkürzung geschrieben wird oder bei anderen Orten mit gleichem, beurkundetem dialekt-oder altdeutschen Doppelsuffix in der hochdeutschen Form geschrieben wird. Es ist dabei völlig egal ob das zweite Suffix ein “-hofen, -hausen” oder “-heim” ist. Wichtig ist, dass davor ein “-inc, - enc, anc” oder “-unc” erscheint, denn das sind alles Frühformen des hochdeutschen “-ing”.

Ein nordisches “-ik-sen” von “-ink-husen” entspricht einem “-ikon” von “-inc-hova, inchoven”

_Ein “-inc-hove " **n” ** _ mit _ “n” _ schließend kann ich zwar nicht für alle “Ikon-Orte” nachweisen, aber diese Beispiele sollten genügen:

Zollikon : 946: Collinchovin, 1145: Zollinchoven, 1209/33: Zollinchon, 1223: Zollicon, 1504: Zolliken.

Witellikon: 946: Witalinchova, 1153: Wittalinchoven, 1158: Witalinchon, 1250: Witelinchon, 1261: Witelinkon, 1313: Wittelikon, 1667: Wyttellicken

( Du bist ja vor Ort und kannst das in St.Gallen nachprüfen ! ):smiley:

Ansonsten sollte Dich alleine die “Reihenfolge” der Schreibweise davon überzeugen, dass aus “-inc-hova” über “-inchoven” letztlich ein “-ik-on” wurde wie im Norden aus “-inc-husen” ein “-ik-sen” oder aus “-enc-husen” ein “-en-sen”.

Schöne Beispiele sind auch Doet -inc-hem (Holland )

Die Stadt, die im 17. Jahrhundert auch wohl “Dotecom” oder "Deutekom" genannt wurde, ist 838 zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden.

Hier ist unschwer ein “-ecom” aus ehemals “-enc - hom” zu erkennen welches heute “-inc-hem” geschrieben wird.

Bietigheim (bei Rastatt)

Buticheim (1207), Biut - inc - heim, Bütenkeyn, Bit - "icken", Bitingen.

Sowohl “-ecom” wie “-icken” aus “-hom” bzw, “-heim” beruhen auf der gleichen Kürzung wie “-ikon”.

Fazit:

Dein Einwand bezüglich der geschichtlichen Reihenfolge ist hinfällig da Du erstens meinen Hinweis, dass das alemannischen “-inchova” im Hochdeutschen “-inghofen” heißt falsch interpretierst und zweitens obige Beispiele in der Chronologie klar zeigen, dass dem “-ikon” offensichtlich ein “-inc-hoven” vorausging.

Du kannst all dem nur ein vermutetes, keltischen “icon” entgegensetzen. :stuck_out_tongue_winking_eye:

Gruß

Kurti

Nachtrag:

Was Deinen Vorwurf des Abschreibens statt selber denken betrifft, so kann ich im Gegensatz zu Dir wiedergegebene Beurkundungen abschreiben die nahtlos von “-inc-hova” über “inchoven” zu “-ikon” führen. Ich muß mir deshalb nicht selbst etwas zusammenphantasieren.:stuck_out_tongue_winking_eye:

Du könntest in St.Gallen nachprüfen wie die Orte zu welcher Zeit geschrieben wurden und genau dies habt ihr Keltomanen versäumt. Ihr habt nur von “-ikon” über ein rekonstruiertes " -acon" auf ein “-icon” geschlossen und schon war “Helvetia” gerettet.

Gruß

Kurti