Ich möchte mal meine Version der Geschichte zum Besten geben: Vor 5000 Jahren in etwa wurden die Pyramiden erbaut, da ist man sich weitgehend einig (obwohl es auch die Theorie gibt, daß sie bereits vor 17000 Jahren in einer anderen Dimension erbaut worden sei, und sich erst vor 5000 Jahren hier materialisiert habe, als die Erde ins dunkle Zeitalter fiel, als Monument der “göttlichen” Allmacht).
Man staunt also vor den Pyramiden, und insbesondere vor dem Gizehkomplex, und fragt sich, wie haben die Menschen das damals geschaffen?
Hier nun scheiden sich die Geister: Die einen behaupten, niemals hätten das Menschen alleine schaffen können, sie müssen Hilfe gehabt haben, ob von Göttern, Außerirdischen oder spirituellen Wesen, sei einmal dahingestellt.
Die anderen bemühen sich nachzuweisen, daß die Menschen durchaus in der Lage gewesen wären, das alles alleine herzustellen. Sie analysieren jeden Schritt, der notwendig gewesen war und zeigen auf, daß dies durch Menschenhand möglich sei. (Obwohl es nach wie vor einige Fragezeichen gibt, vor allem was die Akkuratesse der Steinbearbeitung in Masse angeht.)
Nun ist es aber so, daß durch den Nachweis, das die Pyramiden durch Menschenhand erbaut worden sind, noch keineswegs entkräftet wäre, daß andere Mächte dort ihre Finger im Spiel gehabt haben. Die “materialistische These” hat durchaus auch Schwächen. Neben handwerklichen Detailfragen ist da vor allem die Frage der “Inspiration” zu nennen. Wenn wir die großen, genialen Werke der Geschichte nehmen, deren Entwicklungsgeschichte wir kennen, dann fußen sie immer auf einer langen Vorgeschichte. Vor der Notre Dame gab es 200 Jahre romanische Bauten, in denen die Anwendung der Bauprinzipien geübt wurde. Als Shakespeare seine Dramen schrieb, war die Bühne als solche längst etabliert, und die Belletristik wurde schon 300 Jahre gepflegt. Die Wiener Schule, Mozart, Beethoven, Haydn, fußten auf einer seit 200 Jahren sich entwickelnden Musiktradition. Es ist immer so, daß der Schöpfer der genialsten Werke dem Erfinder des Genres nachfolgt.
Nur Imhotep trauen wir beides zu: Nicht nur die Technik des Pyramidenbaus als solches zu entwickeln, sondern sie gleichzeitig auch zu ihrer höchsten Blüte zu bringen. An dieser Stelle setzt der Zweifel an, weil dieses Prinzip uns nicht vertraut ist. Haben wir hier keinen Beweis für eine göttliche Inspiration, so haben wir zumindest ein Rätsel, daß die materialistische Wissenschaft solange nicht klären kann, solange sie kein überzeugendes Konzept für die Phänomenologie des Bewusstseins hat.
Als Fazit ziehe ich: Man kann allein aufgrund der Pyramiden das materialistische Weltbild nicht widerlegen. Es ist denkbar, daß alles kraft der Wassersuppe einzelner Menschen geschaffen wurde.
Dennoch bleibt der materialistische Erklärungsversuch kraftlos, er wirkt gewollt und wenig überzeugend.
Letztlich bleibt es eine Glaubensfrage.
Ich wollte meine Version darlegen: Am einfachsten ist es, die Existenz von “feinstofflichen” Dimensionen anzunehmen, die auf unsere “verdichtete” materielle Welt wirken. Das Bewusstsein, die Ideen, auch die Gene, entstehen in den feinstofflichen Welten und “materialisieren” sich in unserer. Die Erzählungen von “Göttern” wie auch das überkulturelle Konzept der Seele erzählen von diesem Prinzip: Materialisierungen, bzw. “Inkarnationen” von Wesen mit einem höheren Bewusstsein.
Von diesen Wesen kommt die (immaterielle) Hilfe, mit der der Bau der Pyramiden realisiert werden konnte.
(Das würde ich nicht allein aus den Pyramiden schließen, aber vergleichbare und ähnliche Fragen treten auf, wenn man sich mit folgenden Themen beschäftigt: Nahtoderfahrungen und Hypnose, Evolution (vor allem: die Entstehung des Lebens, die Entstehung des Menschen und des Bewusstseins, die Entstehung der Kulturpflanzen), spirituelle Konzepte der Menschheit (warum glaubt jede Kultur an etwas wie eine “Seele”), Harmonie des Universums (Zahlenmystik etc.), schließlich auch: die Wirksamkeit von Meditation und Gebet, Wunderheilungen und die Natur der Erfahrung der “Inspiration”).
Die Pyramiden wurden also nicht als Grabmal gebaut. Vielmehr war es so, daß die Erde zu dieser Zeit in eine Phase weiterer Verdichtung kam (Sanskrit: Kali Yuga, Hopi: Koyaanisqatsi: Zeit der Unordnung), in der den spirituellen Wesen klar war, daß die Menschen ihre Verbindung zu den spirituellen Welten nicht halten können würden. Das Projekt des Pyramidenbaus diente dazu, einen Beweis für die Existenz der spirituellen Welten in der materiellen Welt zu verankern, um den Menschen eine Hilfe durch das dunkle Zeitalter zu geben. Dann aber entstanden die Religionen, und der Gedanke der spirituellen Welt wurde dogmatisch verdreht, so daß er schließlich erst überwunden werden musste (Materialismus) um jetzt neu entdeckt zu werden.
Wie gesagt, letztlich reden wir dann über Glaubensfragen, und tun so, als würden wir unseren Glauben aus den Fakten beziehen, dabei interpretieren wir nur die Fakten gemäß unseres Glaubens. Schwierig wird die Diskussion allerdings mit jenen, die glauben zu wissen. Aber vielleicht kommt es auch gar nicht darauf an, zu diskutieren, sondern vielmehr darauf, wertfrei die verschiedenen Weltbilder zu vergleichen, um daraus zu lernen.
Herzliche Grüße an die Mitdiskutanden und vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit. Dies ist nicht aus dem Lameng geschrieben, sondern das Ergebnis einer jahrelangen Auseinandersetzung mit den genannten Themen. Ich finde, ich habe hier den esoterischen Gedanken sehr offen und nachvollziehbar dargelegt und hoffe deshalb darauf, daß er als solcher auch respektiert wird (natürlich erwarte ich nicht, daß deshalb irgendjemand meine Weltsicht übernimmt). Ich weiß, daß auch andere Darlegungen vernünftig und plausibel sein können und bin durchaus daran interessiert, von diesen zu lesen (nicht um sie zu übernehmen, sondern um von ihnen zu lernen).