Magnetischer Stein gefunden

Hallo zusammen,

ich habe bei mir im Garten einen eigenartigen Stein gefunden, den ich nicht so ganz zuordnen kann und ich auch im Internet nichts vergleichbares gefunden habe.

Zuerst vorab ich wohne in Bochum (NRW), ehem. Bergbaugebiet und von meinem Garten Luftlinie 500m steht eine alte Zeche, wo bis ca. 1973 gefördert wurde (falls das interessant werden könnte zur Herkunft des Steines).

Der Stein lag ca. eine Woche bei mir im Garten auf der Wiese. Ich habe mir zuerst keine Gedanken gemacht. Da ich in 2 Metern Entfernung zur Wiese eine Natursteinmauer habe, dachte ich, der Stein wäre einfach runtergefallen. Als ich ihn aber dann aufhob, habe ich sofort gemekrt, dass er vergleichweise schwerer, als ein “normaler” Stein ist und eine andere Oberfläche hat, als die Steine in der Mauer. Ich habe einen Magneten drangehalten und dieser bleibt auch an jeder Stelle des Steins heften. Auf einem Bild ist zu erkennen, dass ich ein Stück abgeflext habe.

Was mir nur komisch vorkommt, ist dass sonst niemand Zugang zu meinem Garten hat und keinder diesen auf die Wiese geworfen haben könnte…

Wer kann mir sagen, um was für einen Stein es sich handelt?

Zu den Abmaßen(ca.): L 16cm x B 13cm x H 8cm Gewicht knapp 3 Kg.

Vielen Dank vorab

Marius

Hallo Marius,

das könnte durchaus ein Meteorit sein. In Bochum hast Du es ja nicht weit zum geologischen Institut, die sollten da mal einen Blick drauf werfen!

Gruß,
Geognost

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Guten Morgen liebe Leser

Sieht aus wie ein Stück Schlacke,ein Meteorit hätte sogenannte Remaglypten (Schmelztaschen)
Die entstehen beim Eintritt in unsere Atmosphäre.Aber eine spektrokopische Analyse würde das
klären können.
@dembskinho Wenn Du Interesse hast dann schick mir das kleine abgeflexte Stück zu und ich 
werds dann im Labor prüfen und Dir dann eine exakte Werkstoffanalyse zukommen lassen.

Gruß Sense

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Guten Tag liebe Leser

Mit dem am Samstag eingetroffenen Umschlag bin ich am Montag ins Labor.
Sofort umringten mich meine Minions und schnappten nach dem Umschlag.
So hört sich das in Gedanken an…
Die Realität zeigt dann es dauert doch manchmal länger als versprochen.
Aber wie meine Einschätzung sich durch die Analyse bestätigt.
Es ist ein Stück Schlacke
zu 67,413 % aus Eisen.
zu 15,823 % Silizium
zu 7,7 % Zinn (hier sollte eigentlich Zn für Zink stehen und nich Sn für Stannum,Credit an @Geognost ),etc.

Der exakte Befund unten im Anhang.

anhand der vielen kleinen Prisen im Promille-Bereich erkennt der Profi die Schlacke nachdem Drücken,Draufbeißen und dran Schnüffeln und Lecken keine letzte Gewißheit offenbarten.

Gruß Sense

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Sense schrieb:

zu 67,413 % aus Eisen.
zu 15,823 % Silizium
zu 7,7 % Zinn etc.

Hallo Sense, zunächst mal vielen Dank für die Analyse. Knapp 8 % Zinn wären natürlich sehr ungewöhnlich. Aber es ist ja nur Zink. Jedoch, bei diesen hohen Anteilen an Eisen und Zink kann man das doch eigentlich kaum als Schlacke bezeichnen — anderswo würde man sich über so ergiebigen Erze freuen. Auch scheinen die gut sichtbaren kristallinen Strukturen nicht recht zu einer Schlacke passen zu wollen.

Ich denke, der Fund sollte eher in einem Mineralienforum besprochen werden. Ich schätze, dass es sich um einen Magnetit handelt. 

Viele Grüße

Guten Tag liebe Leser

Da ist wieder meine legendäre Zinn/Zink-Schwäche.
Manchmal baue ich ja einen Fehler ein um festzustellen ob noch aufgepasst wird,aber Du @Geognost hast ja aufgepasst.
Anyway ändert das nichts am meiner Analyse.Das wird deshalb Schlacke genannt,weil es eben 
keine korrekte Legierung im Sinne des erstrebten Werkstoffes ist,sondern ein Rückstand beim 
Stahlschmelzen und Legieren.Heutzutage wieder dieser Schlackenschrott natürlich recycelt.
Aber was wir hier haben,dürfte angesichts des Fundortes,500 meter entfernt von einer geschlossenen Zeche,eben ein älterer Produktionsrückstand sein,möglicherweise hat der Klumpen am Manipulator geklebt oder wurde beim Abstich in der Rinne erzeugt und dann beim Rückbau entsorgt.Dazu könnten
Historiker sicherlich mehr beitragen als ich es kann.
@Geognost
Was die “kristalline” Struktur betrifft so zeugen diese " Widmannstättenschen  Figuren" bei Meteoriten
von der Dauer der Abkühlphase.Bei Meteoriten kann das viele hunderttausende Jahre dauern und erzeugt dabei eben genau diese typischen  Widmannstättenschen  Figuren,während auf der Erde der hier erzeugte Stahl oder Eisen in wenigen Stunden,Tagen oder Wochen abkühlt und darum diese  Widmannstättenschen  Figuren eben nicht erzeugen kann.Auch die Abwesenheit jedweden Nickels,sowie der von mir bereits in der ersten Antwort beanstandete Mangel an Remaglypten,verweißt die Meteoritenhypothese ins Reich der Fabel.
@Geognost Mich würde interessieren was deine Expertise/beruflicher Hintergrund ist.Wenn Du dich mit Stahlguss auskennst dann findest Du neben mir hier mindestens zwei Experten im Forum.
Such doch einfach mal nach  @Ardea und lies dir den Threat  

Welche mathematischen Kenntnisse hatten die Erbauer der Pyramiden von Gizeh?

durch.da erklär ich auch was zu meinem  professionellen Hintergrund und dann erfährste Du auch von unserer Toleranz und Geduld gegenüber Trollen und legasthenischen Raumausstattern  mit Dyskalkiediagnose und Musikern mit ätherischen Harmonien.
@SvenHorn Für ein Magnetit ist mir zuviel fremdes Metall darin,aber wie Du anmerkst das soll ruhig
anhand meiner Werkstoffanalyse im Mineralienforum diskutiert werden.Ich lerne gerne dazu.

Gruß Sense

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Sense schrieb:

@Geognost
Was die “kristalline” Struktur betrifft so zeugen diese " Widmannstättenschen  Figuren" bei Meteoriten
von der Dauer der Abkühlphase.Bei Meteoriten kann das viele hunderttausende Jahre dauern und erzeugt dabei eben genau diese typischen  Widmannstättenschen  Figuren,während auf der Erde der hier erzeugte Stahl oder Eisen in wenigen Stunden,Tagen oder Wochen abkühlt und darum diese  Widmannstättenschen  Figuren eben nicht erzeugen kann.

Von Widmannstättenschen Figuren hatte ich gar nicht geschrieben. Es fielen mir nur diese recht großen Kristalle auf, die für eine Schlacke ungewöhnlich erscheinen:

Sense schrieb:

@Geognost
Mich würde interessieren was deine Expertise/beruflicher Hintergrund ist.

Zugegeben, meine Schlackenkennnisse beschränken sich im Wesentlichen auf norische Eisenschlacken der Römerzeit, auf die mein Kollege und ich einst während einer geologischen Kartierung stießen. Die wurden zunächst von renommierten Geo-Profs zu ‘miozänen Bodenbildungen’ oder der ‘Folge eines Waldbrandes bei Föhnsturm an einer Erzlagerstätte’ erklärt. — Erst mehr als zehn Jahre später legten Archäologen dann in Obersemlach ein ausgedehntes antikes Industriegebiet frei. Jene alten Schlacken sind aber eher glasig, und niemals makrokristallin. Daher die Verwunderung. (Falls Du einen Link zu einer mineralogischen Diskussion hättest, würde mich das interessieren.)

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