@hns
zunächst einmal vielen Dank für das Feedback, das mir derzeit wichtiger ist als je zuvor.
Leider ist zu vermuten, dass entsprechende Texte zu jenen ~95% der römischen Literatur gehören, die nicht erhalten sind. Und dummerweise habe ich kein Graecum (was mich dazumal auch vom Archäologiestudium abhielt) und kann somit die in Griechisch verfassten Schriften der römischen Vermesser der Zeitenwende nicht selber lesen — die Sekundärliteratur aus dem 19. Jahrhundert ist dabei auch nicht wirklich hilfreich.
Zu deinen statistischen Überlegungen kann ich momentan nur bemerken, dass mir das Geburtstagsparadoxon besonders in den letzten Tagen durchaus auch so manches Mal durch den Kopf gegangen ist.
Aber — als ich dann heute morgen weitere wichtige römische Orte in Iberien durchcheckte, fand sich auch da kaum ein Punkt, der nicht wunderschön in das mutmaßliche System passte, und die wenigen Ausnahmen sind uralt.
Hier der Stand der Dinge am heutigen Abend (Legende wie gewohnt, bunte gestrichelte Linien bezeichnen identische sonstige Distanzen ±2%):
Im Grunde ist das wieder das gleiche Bild, das sich ein paar Jahre später in Germanien abzeichnete. Aber es ist halt der selbe Bauherr gewesen, und auch mindestens eine spanische Legion, die im Kantabrischen Krieg gekämpft hatte (Hochgebirgserfahrung!) war etwas später auch am Alpenfeldzug beteiligt.
Gruß, Timo
PS: Wegen der extremen Distanzen in Iberien stößt die Darstellung von gezeichneten Linien in ArcGIS (ESRI) an ihre Grenzen, da es sich leider doch um Loxodrome zu handeln scheint, was bei Distanzen von 100 oder 200 km zunächst keinen großen Unterschied macht aber hier zu kilometerweiten Differenzen führt.
Die Messungen entsprechen jedoch Großkreissegmenten, und der Unterschied wird besonders hier deutlich (die orthodrome Messlinie in blau):
[Edit: Mittlerweile habe ich den Verlauf der ultralangen Strecken, die durch oder nah an einem dritten Ort verlaufen, an den blauen Großkreisverlauf angepasst.]
(Dieser Screenshot entstammt dem Vormittag, als noch etliche Orte und Messungen fehlten.)
—Noch ein Edit, nach dem die Karte heute schon mehrfach aktualisiert werden musste. Es ist verrückt: nahezu jeder weitere römische Stützpunkt passt ins Bild, wie etwa die ganz aktuell untersuchten, nicht in der Karte enthaltenen Orte Porto (Portus Cale), Santiago de Compostela (ursprünglich römisches Militärlager), und Pamplona (Pompaelo):
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Porto—Alcalá de Henares: 448.3 km ≈ 4° (0.9%)
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Porto—Lleida: 774 km ≈ 7° (0.5%)
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Santiago—A Coruña: 55.7 km ≈ 0.5° (0.4%)
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Santiago—Sagunt: 777.9 km ≈ 7° (0.03%)
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Pamplona—A Coruña: 553.1km ≈ 5° (0.4%)
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Pamplona—Lissabon: 778.9 km ≈ 7° (0.15%)
… Und es geht so weiter, Schlag auf Schlag:
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Conimbriga—Lugo: 332.5 km ≈ 3° (0.34%)
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Conimbriga—Astorga: 332.0 km ≈ 3° (0.4%)
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Conimbriga—Saragossa: 664.6 km ≈ 6° (0.3%)
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Evora—Alcalá de Henares: 444.0 km ≈ 4° (0.1%)
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Evora—Braga: 333.6 km = 3°
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Estói—Lleida: 888.9 km = 8°
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Mirobriga—Lleida: 891.5 km ≈ 8° (0.3%)
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Beja—Mérida: 165.9 km ≈ 1.5° (0.4%)
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Beja—Lugo: 555.4 km = 5°
…Noch ein Update:
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Sevilla—Sagunt: 559.8 km ≈ 5° (0.8%)
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Sevilla—Cartagena: 444.0 km ≈ 4° (0.1%)
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Sevilla—Linares: 222.7 km ≈ 2° (0.2%)
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Sevilla—Écija: 83.4 km = 0.75°
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Pamplona—Dax: 110.5 km ≈ 1° (0.5%)
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Dax—Millau: 334.4 km ≈ 3° (0.3%)
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Santander—Dax: 224.4 km ≈ 2° (1%)
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Santander—Alcalá de Henares: 333.0 km ≈ 3° (0.1%)
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Santander—Millau: 558.8 ≈ 5° (0.6%)
[Es ist, als würde man mit dem Pinsel Stück für Stück ein wunderschönes, aber doch etwas verstörendes Mosaik freilegen, und dabei das Gefühl zu haben, den Verstand zu verlieren.]