Und noch ein toller Beifang — nachdem ich der sehr genau Nord-Süd verlaufenden Linie aus dem PS oben von Köln weiter nach Süden gefolgt bin.
Dort kreuzt diese gute 15 km südlich von Köln den Ort Sechtem, dessen Name mich gleich ansprang. Und tatsächlich geht dieser offenbar auf Ad septimum zurück, also ‘an der siebten Leuga von Köln aus gemessen’. Sieben Leugen entsprechen 15.6 km, das passt also schon mal.
Weiter südlich stellte ich dann fest, dass dieser Längengrad nur 200 m östlich an der Nürburg vorbeizieht. Deren Geschichte nicht kennend also erst einmal ein Blick in die Wikipedia — und zack:
Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Anlage im Jahre 1166 als Noureberg oder Mons Nore, doch gilt es als wahrscheinlich, dass sich dort bereits zu römischer Zeit eine Signalstation zur Sicherung der wichtigen Römerstraße befand, die sich durch die Eifel zog.
Nicht schlecht, denke ich und gehe weiter nach Süden. Dort, wo die Linie die Mosel schneidet, werden gleich vier römische Orte gequert: Osann, Monzel, Kesten und Wintrich.
Aber dann folgte die ganz große Überraschung mit dem augenscheinlichen Anfangspunkt der Linie — nämlich dem Römerlager Hermeskeil, das allerdings nicht augusteisch ist, sondern noch aus den Gallischen Kriegen Julius Cäsars stammt!
Die Distanz Hermeskeil–Monzel entspricht nebenbei 0.25° (!), und die Gesamtlänge Hermeskeil–Holsterhausen erfüllt mit 224.3 km gerade noch das Kriterium 2° ±1% (!).
Man könnte das Ganze wohl vorsichtig als Indiz werten, dass hier schon zu Julius’ Zeiten Vermessungen stattgefunden hatten, auf deren Ergebnisse in augusteischer Zeit aufgebaut werden konnte — schließlich wurde Hermeskeil nur für kurze Zeit genutzt und dann aufgelassen (rund 35 Jahre vor der [derzeit angenommenen] Erstbelegung Holsterhausens).
Für mich ist das heute, als sei der Nikolaus schon da gewesen. 
Gruß, Timo
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[Edit] So wie ich das sehe, stellt sich hier eine ganz große Frage: Wie hätten Julius’ Vermesser wissen können, dass recht genau 2° nördlich vom wenig attraktiven Lagerplatz Hermeskeil die Lippe floss? Oder ist es eher andersherum gewesen, d.h. man hätte von Holsterhausen nach Süden gepeilt [oder von Köln in beide Richtungen]?
Dafür könnte sprechen, dass in Holsterhausen die ältesten Münzen offenbar aus der Zeit um 200 BCE stammen, was für ein augusteisches Lager in Westfalen sehr ungewöhnlich ist. War also doch schon JC im Rahmen der Gallischen Kriege an der Lippe (mit uralten Münzen in der Kasse)?